Die Discountkette Kodi hat beim Amtsgericht Halle an der Saale ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht ordnete die vorläufige Eigenverwaltung an, wie das Unternehmen mitteilte. Die Geschäftsführung bleibt damit handlungsfähig und führt das Unternehmen unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters weiter.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit schwierigen Rahmenbedingungen im deutschen Einzelhandel. Nach eigenen Angaben belasten eine schwache Konsumstimmung, zunehmender Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten sowie hohe Mietkosten das Geschäft erheblich. „Wir konnten unser vorangegangenes Sanierungsverfahren erfolgreich abschließen und den Geschäftsbetrieb stabilisieren“, zitierte das Unternehmen Geschäftsführer Fabian Grund in der Mitteilung. „In den vergangenen Monaten haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jedoch in einer Dynamik und Intensität verschärft, die zum Zeitpunkt nicht absehbar waren und unsere Situation erneut erheblich belasten.“
Im Rahmen der Restrukturierung muss Kodi nach eigener Einschätzung rund 50 der aktuell 150 Filialen schließen. Mit den geplanten Maßnahmen werde auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein, teilte das Unternehmen mit. Weitere organisatorische Maßnahmen würden derzeit geprüft. Über mögliche Standortschließungen will das Unternehmen informieren, sobald entsprechende Entscheidungen feststehen. Zunächst werde der Geschäftsbetrieb an sämtlichen Standorten ohne Einschränkungen fortgeführt.
Insolvenzgeld sichert Gehälter für drei Monate
Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind den Angaben zufolge für die Monate Juli, August und September 2026 über das Insolvenzgeld gesichert. Kodi beschäftigt derzeit 1.200 Mitarbeiter, davon 72 im Dienstleistungszentrum und 36 in der Logistik. Das Unternehmen betreibt bundesweit 150 Filialen mit einem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen.
Bereits im November 2024 hatte Kodi wegen Zahlungsschwierigkeiten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Ein Investoren-Konsortium übernahm schließlich 150 der insgesamt 230 Filialen. Zuletzt machte die Kette von sich reden, als sie im Februar dieses Jahres den in Ostdeutschland starken Konkurrenten Mäc Geiz kaufte.
Im Verfahren wird Kodi von der Insolvenz- und Sanierungskanzlei Andres Partner unterstützt, die auch die Sanierung der Schwestergesellschaft Mäc Geiz begleitet. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing.
Die Kodi Handels GmbH mit Sitz in Oberhausen versorgt nach eigenen Angaben seit 1981 Kunden mit Produkten des Alltags. Das Haushalts- und Drogeriesortiment umfasst mehr als 2.700 Artikel aus den Bereichen Reinigen, Kochen, Dekorieren, Heimwerken, Textilien und Lebensmittel.
