Discounter-Insolvenz Investor rettet 150 Kodi-Filialen

Ein Investoren-Konsortium übernimmt 150 von 230 Filialen des insolventen Discounters Kodi. In den geretteten Standorten arbeiten 1.200 Beschäftigte. Für 80 weitere Filialen sucht das Unternehmen noch Käufer.

Mittwoch, 14. Mai 2025, 08:40 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Es hatte sich schon im März abgezeichnet: Ein Konsortium übernimmt 150 Filialen des Discounters. Für die 80 übrigen Kodi-Läden sieht es schlecht aus – falls sich nicht doch noch Käufer finden. Bildquelle: Manuel Glasfort

Ein Investoren-Konsortium übernimmt 150 der insgesamt 230 Filialen des insolventen Discounters Kodi. Für die übrigen 80 Standorte sucht das Unternehmen noch Käufer. Die geretteten Filialen sollen weiterhin unter der Marke Kodi laufen, teilte das Unternehmen mit. Die Übernahme hatte sich bereits Ende März abgezeichnet.

Das Konsortium um den bisherigen Kodi-Gesellschafter Richard Nölle übernimmt die Vermögenswerte rückwirkend zum 1. April 2025. Die Mitglieder des Gläubigerausschusses haben der Übernahme nach Klärung letzter Details zugestimmt, wie das Unternehmen mitteilte. In den 150 geretteten Filialen arbeiten rund 1.200 Beschäftigte. Der Discounter verkauft vor allem Haushaltswaren und Drogerieartikel.

Für die nicht übernommenen 80 Filialen sowie die Zentrale hat das Unternehmen bereits 520 Mitarbeitern gekündigt. Davon sind 480 Beschäftigte in den Filialen und 40 Mitarbeiter in der Zentrale betroffen. Der Ausverkauf in diesen Filialen läuft bereits und soll spätestens Ende Juni abgeschlossen sein. Das Unternehmen führt nach eigenen Angaben noch Gespräche mit möglichen Investoren über die Übernahme einzelner dieser Filialen, die dann unter anderer Marke weiterbetrieben werden sollen. Welche Standorte dies betrifft, teilte das Unternehmen nicht mit.

Kodi kämpft mit Kaufzurückhaltung und steigenden Kosten

Der vor allem in Nordrhein-Westfalen vertretene Discounter hatte im November wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung ein Schutzschirmverfahren beantragt. Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nannte das 1981 gegründete Unternehmen eine Kaufzurückhaltung der Kunden sowie deutlich gestiegene Kosten für Energie, Fracht und Werbung.

Das Amtsgericht Duisburg eröffnete zum 1. März 2025 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Oberhausen.

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