Die insolvente Brauerei Eichbaum aus Mannheim stellt nach fast 350 Jahren ihren Betrieb ein. Sämtliche Sanierungs- und Rettungsversuche seien gescheitert. Rund 240 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Trotz Restrukturierungsmaßnahmen arbeite die Brauerei weiterhin defizitär, Darlehen könnten nicht zurückgezahlt werden, hieß es in der Mitteilung. „Vor diesem Hintergrund besteht aus wirtschaftlichen sowie insolvenzrechtlichen Gründen keine andere Möglichkeit, als die Betriebseinstellung einzuleiten.“ Zuvor hatte der „Mannheimer Morgen“ über das Aus berichtet.
Alle rund 240 Beschäftigten am Standort erhalten den Angaben zufolge kurzfristig betriebsbedingte Kündigungen. Betroffen seien auch rund 30 Mitarbeiter, die bereits einem Wechsel in eine Transfergesellschaft zugestimmt hatten. Diese komme ohne den Fortbestand des Unternehmens nicht zustande.
Zuletzt war laut Unternehmensangaben der Einstieg eines Investors im Gespräch gewesen, der wesentliche Vermögenswerte hätte übernehmen wollen. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hätten dabei knapp 100 Stellen erhalten werden können. Dem Unternehmen fehlten jedoch die finanziellen Mittel, um den Betrieb und die Verkaufsverhandlungen fortzuführen, ohne die Insolvenzmasse und damit die Interessen der Gläubiger zu gefährden.
Gewerkschaft NGG fordert schnelle Sozialplan-Verhandlungen
Stephanie Albicker von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in der Region Mannheim-Heidelberg forderte schnelle Klarheit über die nächsten Schritte. „Jetzt braucht es zügig Verhandlungen über einen Sozialplan“, so Albicker.
Eichbaum hatte Ende Oktober 2025 einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Rückläufige Exportumsätze und eine sinkende Nachfrage im Inland hatten nach Unternehmensangaben zu einem Liquiditätsengpass geführt.
Die 1679 gegründete Brauerei lieferte nach eigenen Angaben in mehr als 60 Länder weltweit. Ursprünglich sollte Eichbaum von einer reinen Brauerei zu einem breiter aufgestellten Getränkehersteller umgebaut werden. Erst vor wenigen Monaten war zudem bekannt geworden, dass das Unternehmen seine Marke Karamalz samt Produktion an Veltins verkauft hat.