Raisin-Geldbeutel-Index Deutsche sind bei Finanzen relativ zuversichtlich

Wie zuversichtlich blicken Verbraucher in Deutschland, Europa und den USA auf ihre eigenen Finanzen? Um diese Frage zu beantworten, hat Raisin, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Zinsplattform, den „Raisin Geldbeutel-Index“ erhoben. Deutschland rangiert an zweiter Stelle. Dennoch plagen finanzielle Sorgen auch hierzulande viele Menschen.

Freitag, 29. Mai 2026, 11:58 Uhr
Thomas Klaus
Das Geld rinnt schneller durch die Finger – das macht vielen Menschen Sorgen. Bildquelle: Getty Images

Die Zinsplattform Raisin hat die finanzielle Zuversicht in elf Ländern verglichen. Demnach stehen viele Haushalte in den untersuchten Ländern finanziell unter Druck; Deutschland rangiert insgesamt auf Platz 2.

Index aus fünf Faktoren

Der „Raisin Geldbeutel-Index” zur finanziellen Zuversicht setzt sich aus fünf Faktoren zusammen: Stresslevel, Kontrolle über die eigenen Finanzen, Zukunftserwartungen, finanzielle Widerstandskraft und Planungsfähigkeit. Er bietet ein umfassendes Bild der finanziellen Resilienz der Verbraucher.

Im Ranking führen die Niederlande mit 55,3 von 100 Punkten. Es folgen Deutschland (49,7) und Spanien (48,2) auf den weiteren Podestplätzen. Im Vergleich wenig zuversichtlich sind die Menschen in Irland (41,1) oder dem Vereinigten Königreich (43,3).

49 Prozent der Deutschen häufig besorgt

Die Detailauswertung zeigt, wie stark Geldsorgen den Alltag prägen: Über alle untersuchten Länder hinweg gibt die Hälfte der Befragten an, sich ständig oder oft Sorgen um das eigene Geld zu machen. Lediglich etwa 18 Prozent sorgen sich selten oder nie.

Auch in Deutschland ist die Anspannung hoch. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Deutschen ist häufig besorgt und nur 22 Prozent erleben den Alltag fast ohne finanzielle Ängste. Von der Gelassenheit der erstplatzierten Niederlande ist Deutschland damit weit entfernt. Dort haben 35 Prozent selten Finanzsorgen.

Zukunft verspricht wenig Grund zur Freude

Ein Auslöser für diese Sorgen ist der schwindende finanzielle Spielraum. Nur eine Minderheit von 23 Prozent der Befragten hat einen Planungshorizont von mindestens einem Jahr für ihre Finanzen, 40 Prozent aller Befragten sogar nur maximal einen Monat. So fehlt die Grundlage, ein stabiles finanzielles Fundament aufzubauen und für die Zukunft vorzusorgen. Hierzulande ist die Lage etwas besser: 31 Prozent planen langfristig, 36 Prozent lediglich einen Monat im Voraus.

Wer finanziell nur auf Sicht fährt, kann Ziele schwer erreichen. Insgesamt hat lediglich ein Viertel der Befragten (25 Prozent) über die letzten 12 Monate gute finanzielle Fortschritte gemacht oder alle finanziellen Ziele erreicht. In Deutschland liegt dieser Wert mit rund einem Drittel (33 Prozent) zwar über dem Schnitt, bleibt jedoch deutlich hinter dem Spitzenreiter Niederlande (42 Prozent) zurück.

Die Zukunft verspricht wenig Grund zur Freude. Nur 30 Prozent der Deutschen rechnen mit einer spürbaren finanziellen Verbesserung im kommenden Jahr, fast die Hälfte (48 Prozent) mit Stagnation.

Aufbau von Vermögen im Hintergrund

Verantwortlich für diese trüben Aussichten ist vor allem ein Faktor: Viele Menschen sind damit beschäftigt, ihre täglichen Ausgaben zu decken – für 38 Prozent hat dies die höchste Priorität. Der Aufbau von Vermögen rückt damit in den Hintergrund und wird nur von 15 Prozent als erste Priorität genannt. Angesichts der Energiekrise und steigender Inflation ist vorerst nicht mit einer Besserung zu rechnen. Dennoch gibt es Anlass zur Hoffnung: Immerhin 51 Prozent sehen den Vermögensaufbau als eine der Top-3-Prioritäten. Die Bestreitung der Lebenshaltungskosten bleibt mit 74 Prozent das zentrale Thema.

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