Die Parfümeriekette Pieper hat ihre Insolvenz überstanden. Die Gläubiger stimmten dem Insolvenzplan zu, wie das Unternehmen mit Sitz in Herne mitteilte. Damit ist der Weg frei für die Übernahme durch die französische Unternehmerfamilie Konckier und deren AIH Holding, die in Frankreich und Deutschland im Parfumhandel und in der Parfumproduktion tätig ist. Die bisherige Eigentümerfamilie zieht sich den Angaben zufolge aus der operativen Geschäftsführung zurück.
Von den zu Jahresbeginn 122 Filialen sollen 115 fortbestehen. Das Unternehmen erklärte, dass „der weit überwiegende Teil der Arbeitsplätze erhalten bleiben“ solle. Früheren Angaben zufolge beschäftigt Pieper 770 Menschen. Die meisten Filialen befinden sich in Nordrhein-Westfalen, weitere in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und anderen Bundesländern. Auch die bisherige Firmenzentrale in Herne soll erhalten bleiben.
Laut der Mitteilung seien die Gläubiger durch die Sanierung im Insolvenzverfahren erheblich besser gestellt als im Alternativszenario einer Zerschlagung. Mit den neuen Eigentümern und der neuen Geschäftsführung solle das Unternehmen „langfristig nachhaltig positive Ergebnisse erwirtschaften und seine Marktposition im stationären Parfümeriehandel in Nordrhein-Westfalen und den angrenzenden Bundesländern weiter festigen“, hieß es.
Pieper galt als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette. Das Unternehmen geht auf ein 1931 in Bochum gegründetes Seifengeschäft zurück. Firmenchef war bislang Oliver Pieper, der Urenkel der Gründerin Anna Pieper.