Kriselnde Parfümeriekette Pieper beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

Die Parfümeriekette Pieper, Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette, hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen betreibt mehr als 140 Filialen.

Montag, 24. November 2025, 11:08 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Weniger Umsatz mit Lippenstiften und Co.: Die Parfümeriekette Pieper befindet sich in wirtschaftlicher Notlage (Symbolfoto). Bildquelle: Getty Images

Die Parfümeriekette Pieper hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das zuständige Amtsgericht habe das Verfahren angeordnet, teilte das Unternehmen mit Sitz in Herne mit. Der Geschäftsbetrieb laufe vollständig weiter. Das Unternehmen will sich sanieren und neu aufstellen. 2022 beschäftigte Pieper nach eigenen Angaben knapp 1.000 Mitarbeiter.

Großteil der Filialen in Nordrhein-Westfalen

Das bisherige Management bleibt im Amt. Firmenchef ist Oliver Pieper, der Urenkel der Firmengründerin Anna Pieper. „Die Sanierung in Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, unser Unternehmen bei voller operativer Kontrolle zu stabilisieren und strategisch weiterzuentwickeln“, erklärte der Geschäftsführer. Das Amtsgericht stellte dem Management die Anwältin Sarah Wolf als vorläufige Sachwalterin zur Seite. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt die Löhne und Gehälter für drei Monate.

Der stationäre Handel und der Online-Shop bleiben nach Angaben des Unternehmens geöffnet. Pieper betreibt nach eigenen Angaben mehr als 140 Filialen, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, einige auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Das Unternehmen gilt als Deutschlands größte inhabergeführte Parfümeriekette. Es wurde 1931 in Bochum als Seifengeschäft gegründet.

Pieper litt unter Umsatzeinbußen in der Coronazeit

Pieper musste in der Coronazeit deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Im Geschäftsjahr Juli 2021 bis Juni 2022 erzielte das Unternehmen einen Netto-Umsatz von 113,7 Millionen Euro und einen Gewinn von 0,2 Millionen Euro, wie aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Erlöse lagen damals schon wieder etwas über dem Vorkrisenniveau.

Für das Geschäftsjahr 2022/23 rechnete die Geschäftsführung im Dezember 2022 noch mit einem leicht positiven Ergebnis. Damals schrieb sie, es seien „trotz unruhiger Zeiten derzeit nach Auffassung der Geschäftsleitung keine wesentlichen Risiken erkennbar, die den Bestand der Gesellschaft gefährden könnten“. Allerdings ging man von einem Konsumrückgang bei deutlich gestiegenen Kosten aus, etwa für Energie. Der Gang zum Amtsgericht zeigt, dass sich die Geschäfte seither schlechter entwickelt haben als zunächst angenommen. 

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