Die Gewerkschaft Verdi will bei den anstehenden Tarifverhandlungen im Handel keine Einmalzahlungen als Ersatz für dauerhafte Lohn- und Gehaltserhöhungen akzeptieren. Das gab die Gewerkschaft zum Auftakt der neuen Tarifrunde bekannt, in der sie für rund 5,2 Millionen Beschäftigte unter anderem 7 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fordert.
Verdi bezieht sich mit ihrer Ablehnung unter anderem auf die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Entlastungsprämie. Diese ermöglicht es Arbeitgebern, ihren Beschäftigten bis zu 1.000 Euro steuerfrei auszuzahlen. Verdi-Bundesvorstand Silke Zimmer bewertete die Maßnahme laut der Mitteilung zwar grundsätzlich positiv, verwies aber auf negative Erfahrungen aus der Corona-Krise. Damals hätten viele Händler eine vergleichbare Prämie gar nicht oder lediglich als Warengutschein an ihre Beschäftigten weitergegeben. Die Gewerkschaft lehne solche Einmalzahlungen daher als Ersatz für tabellenwirksame Entgelterhöhungen ab.
Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisierte die Entlastungsprämie der Bundesregierung. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth erklärte, die Entlastung der Bürger aufgrund externer Faktoren sei „eine rein staatliche Aufgabe“ und werde „so einfach auf die Unternehmen abgewälzt, die aber ihrerseits ebenso unverschuldet massiv von den Kostensteigerungen betroffen sind, beispielsweise für Energie“.
Tarifverhandlungen starten in den nächsten Tagen
Die Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel sowie im Einzelhandel starten in diesen Tagen in mehreren Bundesländern. Den Anfang machen am 17. April Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, gefolgt von Hamburg am 20. April. Ende April folgen unter anderem Bayern, Berlin/Brandenburg sowie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die konkreten Forderungen unterscheiden sich den Angaben zufolge je nach Bundesland.