Die erste Verhandlungsrunde um höhere Löhne für rund 60.000 Beschäftigte im Hamburger Groß- und Außenhandel ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor, wie die Gewerkschaft Verdi und der AGA-Unternehmensverband mitteilten. Die nächste Gesprächsrunde ist für den 19. Mai angesetzt.
Verdi fordert für die Beschäftigten in den rund 4.500 Unternehmen eine Lohnerhöhung von 7 Prozent, mindestens jedoch 250 Euro im Monat. Bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten sollen Auszubildende 150 Euro mehr im Monat erhalten. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungen mit seit Jahren steigenden Lebenshaltungskosten und dem vergleichsweise niedrigen Einkommensniveau im Groß- und Außenhandel. Eine Kauffrau oder ein Kaufmann im Groß- und Außenhandel verdiene ab dem sechsten Tätigkeitsjahr derzeit 3.300 Euro brutto, teilte Verdi mit.
„Es ist beschämend, dass die Arbeitgeber heute mit leeren Händen an den Verhandlungstisch gekommen sind“, kritisierte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp laut der Mitteilung. Angesichts der wirtschaftlichen Lage der Branche und der Belastungen für die Beschäftigten sei das ein „respektloses Signal“.
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Michael Fink, sprach von Bedingungen für die Branche, „die schwieriger kaum sein könnten“. Seit Jahren gebe es keinen realen Umsatzzuwachs, die Reserven seien aufgebraucht, zitierte der Verband Fink in der Mitteilung. „Die Gewerkschaftsforderung nach 7 Prozent mehr Entgelt, in Teilen sogar deutlich darüber, ist nicht bezahlbar“, sagte Fink den Angaben zufolge. Sie gefährde akut Arbeitsplätze.