Kriminalstatistik Ladendiebstahl wird seltener angezeigt – Schäden bleiben hoch

Die Zahl registrierter Ladendiebstähle ist 2025 gesunken. Der Handel sieht dennoch keinen Grund zur Entwarnung: Die Dunkelziffer ist hoch – und der Schaden lag bereits 2024 auf Rekordniveau.

Dienstag, 21. April 2026, 09:32 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Trotz rückläufiger Anzeigen bleibt Ladendiebstahl für den Einzelhandel ein großes Problem. Bildquelle: Getty Images

Der Ladendiebstahl bleibt für den Einzelhandel in Deutschland ein großes Problem – trotz rückläufiger Anzeigen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sank die Zahl der erfassten einfachen Ladendiebstähle 2025 gegenüber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent auf gut 357.600 Fälle. Die Zahl schwerer Ladendiebstähle lag mit rund 25.400 Fällen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht dennoch „keinen Grund zur Entwarnung“, wie er mitteilte.

Die Statistik spiegelt nach Einschätzung von Branchenexperten nur einen Bruchteil des tatsächlichen Geschehens wider. Das Handelsforschungsinstitut EHI schätzt, dass rund 98 Prozent aller Ladendiebstähle unentdeckt bleiben. Hinzu kommt, dass Händler erkannte Diebstähle häufig gar nicht anzeigen. „Viele Handelsunternehmen geben an, dass in der Praxis Anzeigen nicht weiterverfolgt und nach kurzer Zeit fallen gelassen werden“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, in der Mitteilung. Viele Händler scheuten deshalb den Aufwand einer Anzeige.

Der finanzielle Schaden für den Handel ist erheblich. Einer Studie des EHI zufolge stahlen Kunden im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 2,95 Milliarden Euro – ein Anstieg von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erreichte der Gesamtschaden den Angaben zufolge zum dritten Mal in Folge einen neuen Höchststand. Jährlich blieben demnach 24,5 Millionen Ladendiebstähle mit einem durchschnittlichen Warenwert von 120 Euro unentdeckt. Für das Jahr 2025 liegen laut der Mitteilung bislang keine Zahlen vor.

Als Ursachen für den Anstieg nennt der Handelsverband Deutschland unter anderem eine Zunahme bandenmäßig organisierter Kriminalität. Zudem führt der Branchenverband eine geringere Akzeptanz rechtlicher Regelungen und Defizite bei der Strafverfolgung an. Die Abschreckungswirkung reiche nicht aus, weshalb es zu mehr Delikten komme. Der Verband fordert seit längerem ein härteres Durchgreifen gegen Täter.

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