Die Deutschland-Card stellt ihren Betrieb ein. Das Unternehmen will seine Geschäftsaktivitäten spätestens zum 30. November 2026 vollständig beenden, wie es in einer Mitteilung vom 13. April 2026 heißt. Von der Schließung sind 90 Beschäftigte am Standort München betroffen.
Das Management informierte die Belegschaft am selben Tag auf einer Mitarbeiterversammlung über die Pläne. Für die Betroffenen sollen nun sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Das Unternehmen arbeite nach eigenen Angaben seit geraumer Zeit mit Verlusten und sehe keine realistische Möglichkeit, die Verlustzone auf absehbare Zeit zu verlassen.
Die Deutschlandcard betrieb bis Anfang 2025 ein branchenübergreifendes Bonusprogramm, bei dem Kunden bei teilnehmenden Partnern Punkte sammeln und gegen Prämien einlösen konnten. Anfang 2025 verlor das Unternehmen nach eigener Darstellung seinen mit Abstand größten Programmpartner – und damit die wirtschaftliche Grundlage seines Geschäftsmodells. Dabei handelte es sich um den Edeka-Verbund: Bereits im August 2023 hatte Edeka angekündigt, die Zusammenarbeit mit der Deutschland-Card Ende Februar 2025 zu beenden und stattdessen ab März 2025 bei Payback einzusteigen. Edeka schloss damit die Lücke, die der zuvor angekündigte Ausstieg von Rewe bei Payback zum Jahresende 2024 hinterlassen hatte.
Deutschland-Card scheitert mit Neuausrichtung als Werbeplattform
Nach dem Verlust des wichtigsten Partners versuchte die Deutschland-Card den Angaben zufolge, sich als Commerce-Media-Plattform für Werbetreibende und als digitalen Einkaufsbegleiter für Verbraucher neu aufzustellen. Trotz umfangreicher Investitionen in diese Neuausrichtung sei es nicht gelungen, ausreichend Nutzer und die nötige Reichweite für ein tragfähiges Geschäftsmodell zu gewinnen. Als Gründe nannte das Unternehmen schwierige Marktbedingungen und mangelnde Nachfrage sowohl bei Geschäftskunden als auch bei Verbrauchern.
Dirk Kemmerer, Geschäftsführer von Bertelsmann Marketing Services, bezeichnete die Entscheidung in der Mitteilung als „äußerst schmerzhaft, aufgrund der negativen Marktentwicklung allerdings unumgänglich“. Das Scheitern der Neuausrichtung habe „nichts mit der Leistung der Mitarbeitenden zu tun, sondern ist ausschließlich den schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der schwachen Nachfrage sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich geschuldet“, so Kemmerer weiter. Das Unternehmen kündigte an, bestehende Leistungen für Kunden, Partner und Nutzer im Rahmen einer geordneten Übergangsphase bis zur endgültigen Einstellung fortzuführen.