Lebensmittelhandel Vogelgrippe und Ostern verknappen Eier-Angebot

Noch gut einen Monat bis Ostern – und es werden weniger Eier produziert als nachgefragt. Das liegt unter anderem an der Vogelgrippe. Wie voll werden die Osternester in diesem Jahr?

Donnerstag, 05. März 2026, 11:40 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Begehrte Ware: Eier sind derzeit ein knappes Gut. Bildquelle: Getty Images

Die Eierregale in deutschen Supermärkten und Discountern sind derzeit nicht so gut gefüllt wie gewohnt. Einzelne Sorten fehlen, die Auswahl ist mancherorts eingeschränkt. Grund dafür ist unter anderem die Vogelgrippe, die vergangenes Jahr mehrere Hunderttausend Tiere das Leben kostete. Der Wiederaufbau der Bestände braucht Zeit. Noch gut einen Monat vor Ostern verschärft sich die Situation zusätzlich.

Die Branche spricht von einer angespannten, aber stabilen Lage. „Die Situation bleibt aufgrund der Vogelgrippe für die gesamte Branche herausfordernd“, zitierte die Rewe-Gruppe einen Sprecher in einer Mitteilung. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte, die Versorgung sei wieder stabil. Margit Beck vom Informationsdienst Marktinfo Eier und Geflügel sieht keinen Notstand, aber eine Eierknappheit. „Die Regale sind nicht leer, man sieht aber Lücken. Teilweise ist die Auswahl kleiner“, sagte sie. Zu Ostern könne es schwieriger werden, weil mehr Eier gekauft werden.

Zusätzlichen Druck erzeugen saisonale Effekte: Vor Ostern kaufen auch Färbereien große Mengen Eier, die dem Markt vorübergehend fehlen. Einzelne Sortierungen, also zum Beispiel je nach Haltungsform und Größe, können daher auch einmal nicht erhältlich sein. Hans-Peter Goldnick, Vorsitzender des Bundesverbands Ei, ordnet die Situation ähnlich ein. Der Markt sei nach wie vor sehr knapp versorgt, aber er sei versorgt. Gravierende Engpässe könne er aber nicht feststellen.

Kleingruppenhaltung endet und verschärft die Knappheit

Das Angebot ist auch durch Veränderungen in der Haltungsstruktur begrenzt. Ende 2025 gingen die letzten Betriebe mit Kleingruppenhaltung aus der Produktion. Diese Eier waren vor allem für die verarbeitende Industrie wichtig. Die fehlenden Mengen müssen ersetzt werden, was den Druck auf dem Markt zusätzlich erhöht. Da der Lebensmittelhandel bevorzugt bedient wird, sind Gastronomie und verarbeitende Industrie stärker von der Knappheit betroffen.

Zwar wurden 2025 rund 0,5 Prozent mehr Eier produziert. Die Nachfrage ist aber noch stärker gestiegen. Das wirkt sich auf die Preise aus: Vergangenes Jahr zahlten Kunden im Geschäft im Schnitt 2,02 Euro für 10 Eier aus Bodenhaltung. Derzeit kostet die günstigste Packung vielerorts 2,49 Euro. Neben Angebot und Nachfrage nennt Beck weitere Kostentreiber wie den gestiegenen Mindestlohn, höhere Mautgebühren und Energiekosten. Außerdem wurden weniger Eier aus den Niederlanden eingeführt.

Der wachsende Bedarf kann nur teilweise aus heimischer Produktion gedeckt werden. Schon 2024 lag der Selbstversorgungsgrad bei 72 Prozent. Mehr als ein Viertel der Eier wird importiert. Wichtigstes Lieferland für Schaleneier waren im vorvergangenen Jahr die Niederlande mit einem Anteil von 76 Prozent. Bereits 2024 erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland einen Höchststand: Laut vorläufigen amtlichen Zahlen wurden rechnerisch pro Person im Schnitt 249 Eier gegessen – 10 mehr als im Vorjahr. Für 2025 liegen noch keine endgültigen Daten vor.

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