Feneberg wechselt von Gelb zu Rot: Rewe und die LEH Allgäu wollen die Standorte des insolventen Edeka-Händlers untereinander aufteilen. Die drei Parteien – Rewe, LEH Allgäu und die Eigenverwaltung von Feneberg Lebensmittel – haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet, wie Rewe mitteilte. Feneberg befindet sich seit dem 1. April 2026 im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
Die Vereinbarung sieht vor, dass Rewe und die neue LEH Allgäu jeweils einen wesentlichen Teil der insgesamt 72 Feneberg-Standorte in Süddeutschland künftig unabhängig voneinander betreiben. Wie viele Märkte auf welchen der beiden Partner entfallen, teilte Rewe nicht mit. Einem Bericht der „Allgäuer Zeitung“ zufolge soll die Aufteilung etwa hälftig erfolgen. Demnach übernimmt Rewe auch die Landbäckerei Sinz. Hinter der LEH Allgäu verbirgt sich dem Bericht zufolge eine Investorengruppe aus der Region. Ihre Märkte sollen einem Medienbericht zufolge ebenfalls von Rewe beliefert werden.
Die Umsetzung soll über einen Insolvenzplan erfolgen, dem die Gläubiger noch zustimmen müssen. Der gerichtlich eingesetzte Gläubigerausschuss habe dem Vorhaben bereits zugestimmt, hieß es in der Mitteilung von Rewe. Zudem steht die Vereinbarung unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.
Die Kölner Handelsgruppe ist in der Region vergleichsweise schwach positioniert, kartellrechtlich kaum eingeschränkt – und strategisch hungrig, wie ein ehemaliger Edeka-Top-Manager im Gespräch mit der Lebensmittel Praxis bereits im Februar sagte. „Für Rewe ist das jetzt eine große Chance, schnell Boden gutzumachen.“
Rewe-Vorstand Peter Maly erklärte laut der Mitteilung: „Für die Mitarbeitenden der künftig von der Rewe Group betriebenen Märkte ist vorgesehen, dass ihre bestehenden Arbeitsverträge unverändert fortgelten.“ Alexander Pade, geschäftsführender Gesellschafter der LEH Allgäu, kündigte Ähnliches an: „Für die Mitarbeitenden der künftig von der LEH Allgäu GmbH betriebenen Märkte ist geplant, dass die bestehenden Arbeitsverträge weiterhin gelten.“
Feneberg gilt als traditionsreiches Unternehmen im Allgäuer Lebensmittelhandel und betreibt den Angaben zufolge 72 Standorte in der Region. Mit der Aufteilung auf Rewe und LEH Allgäu sollen Nahversorgung und Arbeitsplätze in Süddeutschland langfristig gesichert werden. Bis zur Entscheidung der zuständigen Behörden bleibt die Vereinbarung nach Angaben von Rewe unter Vorbehalt.