Zahlungsverhalten Zahl der Bargeldfans in Deutschland nimmt zu

Drei von vier Deutschen nutzten 2025 am liebsten Bargeld – mehr als 2024. Auch in Österreich leben viele Bargeldfans. In Schweden greifen dagegen nur 25 Prozent der Einwohner besonders häufig zu Schein und Münze.

Donnerstag, 26. Februar 2026, 10:49 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Ein gewohntes Bild aus dem Handel: Viele Deutsche greifen beim Bezahlen weiterhin zu Scheinen und Münzen. Bildquelle: Getty Images

Deutsche und Österreicher nutzen Bargeld deutlich häufiger als Bewohner andere europäische Länder. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Beratungsunternehmens Bearingpoint. 73 Prozent der 2.026 befragten Erwachsenen in Deutschland gaben im Dezember 2025 an, am häufigsten bar zu zahlen. Der Anteil stieg damit im Vergleich zur Vorjahreserhebung von 69 Prozent.

Bargeld-Einsatz in Schweden am seltensten

In Österreich bevorzugen 71 Prozent der 1.000 Befragten Schein und Münze. In allen anderen untersuchten Ländern sinkt die Bargeldnutzung. In der Schweiz greifen 61 Prozent besonders häufig zu Bargeld, in Irland 58 Prozent, in Frankreich 51 Prozent und in den Niederlanden 46 Prozent.

Am seltensten kommt Bargeld in Nordeuropa zum Einsatz. In Schweden nutzen nur 25 Prozent der Befragten Schein und Münze besonders häufig, in Dänemark 32 Prozent und in Finnland 42 Prozent. Gut ein Viertel der Befragten in Schweden verzichtet nach eigenen Angaben komplett auf Bargeld. In Dänemark sagt dies fast jeder Fünfte. In Deutschland liegt der Anteil bei 2 Prozent, in Österreich bei 1 Prozent.

Dänen rechnen mit Abschied vom Bargeld

37 Prozent der Befragten in den neun Ländern halten einen kompletten Abschied vom Bargeld in den nächsten zehn Jahren für sicher oder sehr wahrscheinlich. Am ehesten glauben die Dänen daran: 50 Prozent rechnen damit, dass Bargeld dann nicht mehr verwendet wird. In Deutschland sind es 33 Prozent, in Österreich 29 Prozent.

Ein Drittel der Befragten in den Euroländern hat noch nichts vom digitalen Euro gehört, an dem die Europäische Zentralbank arbeitet und der 2029 eingeführt werden könnte. Die Währungshüter betonen, es gehe nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um eine digitale Alternative zu Schein und Münze auf europäischer Basis. Nur eine Minderheit der Umfrageteilnehmer meint, dass ein digitaler Euro oder vergleichbares digitales Zentralbankgeld an die Stelle des Bargeldes treten wird.

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