Die Lebensmittelpreise im Euroraum liegen weiterhin deutlich über dem Vor-Corona-Niveau. Die Preise für viele Lebensmittel sind mehr als 30 Prozent höher als Ende 2019, wie die Europäische Zentralbank in einer Analyse mitteilte.
Besonders stark haben sich Milchprodukte und Fleisch verteuert. Die Preise für Rind-, Geflügel- und Schweinefleisch stiegen laut EZB um mehr als 30 Prozent. Milch verteuerte sich um rund 40 Prozent, Butter sogar um etwa 50 Prozent. Noch stärkere Preisanstiege verzeichneten Kaffee, Olivenöl, Kakao und Schokolade. In Deutschland stiegen die Lebensmittelpreise seit Ende 2019 um 37 Prozent. Die Spanne im Euroraum reicht von 20 Prozent in Zypern bis zu 57 Prozent in Estland.
Die allgemeine Teuerungswelle ist zwar ausgelaufen. Die Inflationsrate im Euroraum lag im August 2025 wie in den beiden Vormonaten bei 2,0 Prozent. Doch die Lebensmittelpreise bleiben nach Einschätzung der EZB-Ökonomen hartnäckig hoch. Die Lebensmittelpreisinflation erreichte mit mehr als 15 Prozent ein deutlich höheres Niveau als die Gesamtinflation und braucht länger, um sich zu normalisieren.
EZB warnt vor Klimawandel-Folgen
Eine dauerhafte Entspannung bei den Lebensmittelpreisen ist nicht in Sicht. „Mit Blick auf die Zukunft werden sich die Auswirkungen struktureller Trends wie des Klimawandels höchstwahrscheinlich noch verstärken“, schreiben die EZB-Experten in ihrer Analyse. Dürren und Überschwemmungen können die Lieferketten erheblich stören.
Die EZB erwartet für das laufende Jahr eine Inflationsrate von 2,1 Prozent im Euroraum. Für 2026 prognostiziert die Notenbank einen Rückgang der Teuerung auf 1,7 Prozent.
