Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nur minimal wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt wird 2025 lediglich um 0,2 Prozent zunehmen, wie die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose in ihrem Herbstgutachten prognostiziert.
„Die deutsche Wirtschaft steht nach wie vor auf wackeligen Beinen“, erklärte Geraldine Dany-Knedlik, Leiterin des Bereichs Prognose und Konjunkturpolitik im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), laut der Mitteilung. Für die kommenden zwei Jahre erwarten die Wirtschaftsforscher zwar eine spürbare Erholung mit Wachstumsraten von 1,3 und 1,4 Prozent. „Angesichts anhaltender struktureller Schwächen wird diese Dynamik allerdings nicht von Dauer sein“, zitierte das Institut die Expertin.
Konsumstimmung bleibt verhalten
Die Binnenwirtschaft gewinnt den Angaben zufolge an Fahrt, während die Auslandsnachfrage nach deutschen Waren schwächelt. Als Gründe nennen die Forscher eine schwindende Wettbewerbsfähigkeit und höhere Zölle. Die Dienstleistungsbereiche, besonders im öffentlichen Sektor, werden in den kommenden zwei Jahren kräftig zulegen. Das Produzierende Gewerbe erholt sich dagegen nur verhalten.
Die Konsumstimmung bleibt verhalten. Die Einzelhandelsumsätze gingen im Juli deutlich zurück und lagen damit unter dem Niveau des Vorquartals. Stützend wirkte zuletzt der Online-Handel. Dieser lag trotz eines Rückgangs von 3,8 Prozent im Juli noch deutlich über dem Niveau des Vorquartals.
Wirtschaftsforscher warnen vor Handelsstreit
Die Wirtschaftsforscher sehen erhebliche Risiken für die deutsche Wirtschaft. Der Handelsstreit zwischen den USA und der EU birgt nach ihrer Einschätzung großes Eskalationspotenzial. Hohe Energie- und Lohnstückkosten im internationalen Vergleich, Fachkräftemangel sowie eine weiter abnehmende Wettbewerbsfähigkeit bremsen die langfristigen Wachstumsaussichten. Die Verbraucherpreise werden im Prognosezeitraum voraussichtlich um gut 2 Prozent steigen.
Die Gemeinschaftsdiagnose erstellen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, das ifo Institut, das Kiel Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zweimal im Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
