Auftaktveranstaltung Ministerium startet Dialog mit Lebensmittelbranche zu Lieferketten

Das Arbeitsministerium will Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten helfen. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl beteiligen sich an der Initiative. Der Dialog soll drei Jahre dauern.

Freitag, 13. März 2026, 12:23 Uhr
Theresa Kalmer
Landwirtschaftliche Lieferketten stehen häufig im Fokus von Initiativen zu fairen Arbeitsbedingungen und Menschenrechten. Bildquelle: Getty Images

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat am 13. März den Branchendialog Lebensmitteleinzelhandel und Ernährungsindustrie gestartet. Das Ministerium will Unternehmen damit bei der Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten unterstützen. Mehrere große Lebensmittelhändler beteiligen sich an der Initiative, darunter Edeka, Rewe, Aldi Nord, Aldi Süd, Lidl und Rossmann.

Der Dialog bringt Lebensmitteleinzelhändler, Drogerieketten, Unternehmen der Ernährungsindustrie, Wirtschaftsverbände, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften sowie das Deutsche Institut für Menschenrechte und die Bundesregierung zusammen. Ziel sei es, menschenrechtliche Herausforderungen entlang internationaler Lieferketten zu identifizieren und Lösungsansätze zu erarbeiten. Der Branchendialog ist auf drei Jahre angelegt.

Das Ministerium führt bereits seit 2020 Branchendialoge mit der deutschen Wirtschaft durch. Nach dem Branchendialog Automobilindustrie und dem Branchendialog Energiewirtschaft folgt nun das dritte Format. Das Ministerium will damit Unternehmen in Branchen mit besonderen menschenrechtlichen Herausforderungen bei der Umsetzung ihrer Sorgfaltspflichten unterstützen.

Handelsverband betont Engagement der Branche

Die Lieferketten der Lebensmittelbranche bergen nach Angaben des Ministeriums oftmals menschenrechtliche und ökologische Risiken. Bei der Verarbeitung und dem Transport von Lebensmitteln sowie in der Landwirtschaft könnten diese Risiken gravierend sein. Menschen arbeiteten hier bisweilen unter ausbeuterischen Bedingungen, sowohl im Globalen Süden als auch in Europa, teilte das Ministerium mit.

Der Handelsverband betonte das große Engagement des Lebensmittelhandels für Klimaschutz, Ressourcenschonung, Menschenrechtsschutz und Umweltstandards. „Faire und verantwortungsvolle Lieferketten sind im Kerninteresse der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland“, zitierte der Verband seinen Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in einer Mitteilung. Lieferbeziehungen seien dann am stabilsten, wenn alle Partner unter guten Bedingungen arbeiten könnten.

Aldi Süd unterstützt die Initiative nach eigenen Angaben von Beginn an. „’Gutes für alle.’ beziehen wir nicht nur auf unsere Kund:innen, sondern auch auf die Menschen in unseren Lieferketten“, zitierte das Unternehmen Maximilian Vogt, Director National Sustainability bei Aldi Süd, in einer Mitteilung. Edeka hat die Dialogvereinbarung unterzeichnet und will seine Praxiserfahrungen einbringen. Das Unternehmen engagiert sich nach eigenen Angaben bereits in zahlreichen Brancheninitiativen und kooperiert mit anerkannten Standardgebern und Zertifizierungssystemen. Im September 2025 hat Edeka eine eigene Haltung zum Thema existenzsichernde Löhne und Einkommen veröffentlicht, wie das Unternehmen mitteilte.

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