E-Commerce Deutsche Onlinehändler scheuen individuelle Lieferzeitfenster

Nur 6 Prozent der deutschen Onlineshops bieten ihren Kunden persönliche Lieferzeitfenster an. Die Mehrheit der Händler verzichtet ab einem bestimmten Bestellwert auf Versandkosten. Zwei Drittel der Shops ermöglichen kostenfreie Retouren.

Donnerstag, 25. September 2025, 10:41 Uhr
Manuel Glasfort
Online einzukaufen gehört für die meisten Verbraucher heute zum Alltag. Doch persönliche Lieferfenster bieten die wenigsten Onlineshops an. Bildquelle: Getty Images

Der Onlinehandel in Deutschland tut sich schwer mit der Kommunikation konkreter Lieferzeiten. Nur 6,2 Prozent der Onlinehändler bieten ihren Kunden ein persönliches Lieferzeitfenster an, wie das EHI Retail Institute in seinem aktuellen „Onlineshop Report Deutschland“ mitteilt.

Zwar informieren demnach fast alle der 500 untersuchten Onlineshops auf einer Übersichtsseite über den Versand. Doch nur 60 Prozent nennen dort eine allgemeine durchschnittliche Lieferzeit, wie aus der Studie hervorgeht. Auf Artikelebene kommunizieren immerhin 80 Prozent eine durchschnittliche Lieferzeit. Die Zurückhaltung bei individuellen Lieferzeitfenstern erklärt das EHI mit hohen Kosten und der Komplexität der Systeme. Paketdienste müssten dafür ihre Kapazitäten in Echtzeit prüfen.

Bei den Versandkosten zeigt sich ein differenziertes Bild: 9,2 Prozent der Onlinehändler bieten den Versand grundsätzlich kostenfrei an. Gut die Hälfte verzichtet ab einem bestimmten Bestellwert auf Versandkosten. Bei fast einem Drittel der Shops liegen die regulären Versandkosten für den Paketversand zwischen vier und fünf Euro. Einen festen Mindestbestellwert setzen nur 9,2 Prozent der Händler – zwischen einem und 50 Euro.

Zwei Drittel der Shops übernehmen Retourenkosten

Kundenfreundlicher zeigen sich die Onlinehändler bei den Retouren. Zwei Drittel der Shops ermöglichen eine kostenfreie Rücksendung. Nur 2,4 Prozent machen die Übernahme der Retourenkosten von einem bestimmten Warenwert abhängig. Ein Drittel der Shops lässt die Kunden die Kosten für Retouren selbst tragen. Von diesen Shops geben allerdings nur 22,5 Prozent die Höhe der Rücksendekosten an. 16,2 Prozent der Onlineshops bieten die Möglichkeit, Retouren in stationären Läden abzugeben.

Von den untersuchten Onlineshops verfügen 56,2 Prozent über stationäre Geschäfte. Click & Collect bieten 33,8 Prozent an – davon 28 Prozent mit Online-Bezahlung und 17,8 Prozent mit Bezahlung im Laden. Über die Verfügbarkeit von Produkten in den Filialen informieren allerdings nur 22,2 Prozent der Shops. Die Studie basiert auf Umsatzzahlen aus dem Jahr 2023, die weiteren Kennzahlen wurden 2024 erhoben.

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