Digitaler Einzelhandel Edeka Paschmann testet KI-System gegen Warenschwund

Der Lebensmittelhändler Edeka Paschmann setzt in seiner Düsseldorfer Filiale erstmals in Deutschland künstliche Intelligenz ein und will so Fehlbedienungen an Selbstbedienungskassen erkennen. Das System analysiert das Kundenverhalten in Echtzeit und gibt Hinweise bei Scanfehlern. Zusätzlich gibt es eine KI-gestützte Alterskontrolle. 

Donnerstag, 21. August 2025, 11:00 Uhr
Theresa Kalmer
Edeka Paschmann in der Düsseldorfer Suitbertusstraße ist der erste Supermarkt in Deutschland, der an seinen acht Selbstbedienungskassen die Lösung von Diebold Nixdorf einsetzt. Bildquelle: Edeka Paschmann

Der Lebensmittelhändler Edeka Paschmann hat in seiner Filiale in der Düsseldorfer Suitbertusstraße als erster deutscher Händler eine künstliche Intelligenz gegen Warenschwund an Selbstbedienungskassen installiert. Die Technologie des Herstellers Diebold Nixdorf soll Fehlbedienungen an den acht Selbstbedienungskassen der Filiale erkennen und damit sowohl unbeabsichtigte als auch bewusste Fehler beim Scanvorgang adressieren, wie das Unternehmen mitteilte. Das System arbeitet nach Unternehmensangaben datenschutzkonform, da weder eine Gesichtserkennung erfolgt noch Bilder oder weitere Kundeninformationen gespeichert werden.

Mitarbeiter bei Fehlbedienung nicht sofort informiert

Das System analysiert nach Angaben von Edeka Paschmann das Verhalten der Kunden mit Kameras in Echtzeit. Erkennt die Software einen missglückten Scan oder eine Fehlbedienung, erscheint auf dem Display der Kasse ein Hinweis. Die Kunden können den Scanvorgang dann ohne größere Unterbrechung des Bezahlvorgangs wiederholen.

Erst bei einer erneuten Fehlermeldung informiert das System die Mitarbeiter. Diese können anhand kurzer Videosequenzen nachvollziehen, wie es zu der Fehlbedienung kam, und den Kunden erklären, wie sich solche Fehler künftig vermeiden lassen.

KI-basierte Alterskontrolle für Verkauf altersbeschränkter Waren

Die Filiale hat zudem eine KI-basierte Alterskontrolle für den Verkauf von altersbeschränkten Waren wie alkoholischen Getränken eingeführt. Nach Angaben des Unternehmens können Kunden beim Kauf solcher Produkte wählen, ob sie ihr Alter automatisch per Kamera überprüfen lassen oder dies durch einen Mitarbeiter erfolgen soll.

Bei der automatischen Kontrolle analysiert die Software die Gesichtsmerkmale. Liegt das ermittelte Alter über einem festgelegten Wert, kann der Kauf fortgesetzt werden. Bei einem Wert unterhalb der Grenze oder wenn Kunden keine automatische Alterserkennung wünschen, erfolgt eine manuelle Überprüfung durch das Personal. Den Angaben zufolge verschafft die Technologie den Mitarbeitern mehr Zeit für wichtige Aufgaben wie Service oder Warenverfügbarkeit.

Rund 20 der gängigsten Warenschwund-Ursachen abgedeckt

„Das Wohlbefinden unserer Kundschaft hat in unseren Filialen einen hohen Stellenwert“, sagte Geschäftsführer Falk Paschmann. Die neue Technologie solle den Selbstbedienungsbereich attraktiver machen und Kunden die Sicherheit geben, alle Transaktionen korrekt durchzuführen. Leyla Feghhi, Leiterin des Retail-Vertriebs in der DACH-Region bei Diebold Nixdorf, ergänzte: „Mit dieser KI-basierten Lösung decken wir bereits mehr als 20 der gängigsten Ursachen des Warenschwunds ab.“

Edeka Paschmann plant nach eigenen Angaben, künftig auch eine KI-basierte Lösung zur automatischen Erkennung von Obst und Gemüse einzuführen. Das zur Edeka-Gruppe gehörende Unternehmen betreibt insgesamt elf Märkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von über 20.000 Quadratmetern und beschäftigt mehr als 900 Mitarbeiter. Die Märkte sind nach Unternehmensangaben jeweils individuell auf den jeweiligen Standort und die baulichen Gegebenheiten zugeschnitten.

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