Karrierestudie Aufstieg von Frauen stagniert trotz Führungsverantwortung

Obwohl viele Managerinnen in Deutschland bereits Ergebnisverantwortung tragen, kommen sie in Spitzenpositionen kaum voran. Das zeigt eine aktuelle Studie der Leadership-Beratung Spencer Stuart.

Montag, 12. Mai 2025, 11:50 Uhr
Julia Krone
Karrierechancen für Frauen: Mentoring und frühe Ergebnisverantwortung sind entscheidend. Bildquelle: Getty Images

Viele Frauen in Führungspositionen übernehmen in Deutschland zentrale Aufgaben – etwa die Verantwortung für Umsatz und Ergebnis. Trotzdem bleibt der Aufstieg in höchste Managementebenen häufig aus. Das zeigt die neue Studie „Women Leaders: How Far Have We Come?“ der Leadership-Beratung Spencer Stuart, für die weltweit 2.300 Managerinnen befragt wurden.

Nur 41 Prozent der deutschen Teilnehmerinnen empfinden das Geschlechterklima in ihrem Unternehmen als positiv – deutlich weniger als im internationalen Vergleich, wo dieser Wert bei 57 Prozent liegt. Die Studienautoren führen das unter anderem auf fehlende interne Förderung zurück. Zwar nennen viele Frauen ihre überdurchschnittliche Leistung als entscheidend für ihren beruflichen Fortschritt. Doch oft fehlen ihnen unterstützende Netzwerke oder gezielte Förderung durch Vorgesetzte. „Immer noch gibt es zu wenige interne Sponsoren, die Frauen coachen und sich im Führungsteam für sie einsetzen. Hier ist auch HR in der Pflicht, die entsprechenden Führungskräfte dafür zu animieren und zu schulen – und das sind aktuell natürlich meist noch Männer“, erklärt Spencer-Stuart-Consultant Tanja Svjetlanovic.

Eine wichtige Voraussetzung für den Aufstieg, die viele Frauen bereits erfüllen, ist die Profit-&-Loss-Verantwortung (GuV). In Deutschland trifft das auf fast 80 Prozent der befragten Führungskräfte zu. Dennoch bleibe der Effekt auf Karriereschritte begrenzt. „Der Teufelskreis aus mangelnder GuV-Verantwortung und zu wenigen Beförderungen von Frauen in höhere Positionen, der noch viel zu häufig besteht, kann nur durch Mut durchbrochen werden“, sagt Svjetlanovic.

Laut Studie braucht es neben gezielter Förderung auch Eigeninitiative. Frauen sollten Chancen aktiv ergreifen, sich strategisch vernetzen und ihre Beiträge zum Unternehmenserfolg sichtbar machen. Nur so ließen sich interne Barrieren wirksam überwinden.

Warum sich Vielfalt auch in Konsumgüterunternehmen auszahlt, haben wir in einer unserer Titelgeschichten genauer analysiert. Und warum der Frauenanteil in Führungspositionen bei Rewe dennoch so gering ist, erklärt Dr. Daniela Büchel im Interview mit der Lebensmittel Praxis.

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