Tierwohl Aldi Süd sortiert Fleischtheke nach Haltungsform statt Tierart

Aldi Süd ordnet als erster großer Lebensmitteleinzelhändler die Frischfleischkühlung nach Haltungsformen statt nach Tierarten an. Der Discounter will seinen Kunden damit die Unterscheidung zwischen konventionellen Produkten und solchen aus höheren Haltungsformen erleichtern, wie das Unternehmen mitteilte.

Montag, 12. Mai 2025, 14:25 Uhr
Julia Krone (mit dpa)
Tierwohl sichtbar machen: Aldi Süd sortiert Fleisch künftig nach Haltungsform statt nach Tierart. Bildquelle: Aldi Süd

Der Discounter Aldi Süd ordnet seine Fleischkühlung neu und unterscheidet künftig nach Haltungsformen statt nach Tierarten. Das Unternehmen will Kunden die Auswahl von Produkten aus besserer Tierhaltung erleichtern. Bis 2030 soll das Frischfleisch-Sortiment komplett auf höhere Haltungsformen umgestellt sein.

Die Frischfleischkühlung teilt Aldi Süd künftig in drei Bereiche ein: Produkte aus konventioneller Haltung der Stufen 1 und 2 präsentiert der Händler in einem blauen Bereich. Fleisch aus den höheren Haltungsformen 3, 4 und 5 sowie Hackfleisch platziert er in einem grünen Bereich. Aktionsware findet sich in einem roten Bereich. „Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden Produkte aus höheren Haltungsformen einfach und auf den ersten Blick finden“, erklärte Julia Adou, die bei Aldi Süd für Nachhaltigkeit zuständig ist.

Der Discounter will bis zum Jahr 2030 bei Frischfleisch, Trinkmilch sowie gekühlten Fleisch- und Wurstwaren nur noch Produkte aus den Haltungsformen 3 und höher anbieten. Trinkmilch, Puten- und Rindfleisch hat Aldi Süd nach eigenen Angaben bereits vollständig auf die höheren Haltungsformen umgestellt. Wurstprodukte aus Haltungsform 1 bietet der Händler nicht mehr an. Auch in der Normalkühlung will Aldi Süd mit Deckenhängern und Magnetfolien auf Produkte aus höheren Haltungsformen aufmerksam machen. Die Umstellung der Frischfleisch- und Normalkühlung soll bis Mitte Juli abgeschlossen sein.

Die Forschungsgruppe für Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Universität Bonn begleitet die Umstellung mit einer unabhängigen Studie.

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