Bezahlsysteme Handelsverband kritisiert Gebührenmodell für digitalen Euro

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor zu hohen Kosten bei der Einführung des digitalen Euro. Der Verband lehnt eine Akzeptanzpflicht und das geplante Gebührenmodell ab. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sieht dennoch Potenzial für ein Erfolgsmodell.

Montag, 12. Mai 2025, 10:29 Uhr
Julia Krone
Digitale Zahlverfahren im Handel: HDE fordert faire Kostenstruktur für den digitalen Euro. Bildquelle: Getty Images

Der Handelsverband Deutschland warnt vor zu hohen Kosten für den Handel bei der geplanten Einführung des digitalen Euro. Der Verband lehnt insbesondere eine Akzeptanzpflicht für Händler und das vorgesehene Gebührenmodell ab, wie dieser mitteilte.

Die Europäische Zentralbank und die Europäische Kommission arbeiten derzeit an der Einführung eines digitalen Euro als staatliches Zahlverfahren. Der HDE unterstützt dieses Vorhaben grundsätzlich. „Der digitale Euro hat das Potenzial, ein Erfolgsmodell zu werden. Er kann für mehr Effizienz, niedrigere Kosten für den Handel und mehr Innovation im gesamten Zahlungsverkehr sorgen“, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die aktuellen Entwürfe zur Verordnung des digitalen Euro sehen ein sogenanntes Vier-Parteien-System vor. In diesem System soll die akzeptierende Seite die Kosten der ausgebenden Seite tragen. Der HDE kritisiert, dass dieses Modell aus dem Kreditkartengeschäft stammt. Dort führe es seit Jahren zu hohen Kosten für den Handel, da Händler für jede Transaktion ein Entgelt an die Bank des Kunden zahlen müssten – zusätzlich zu den Gebühren für technische Dienstleister und für die eigene Bank.

„Die Marktdominanz privater Zahlungssysteme hat zur Folge, dass sich die Handelsunternehmen mit stetig steigenden Kosten konfrontiert sehen, ohne darüber effektiv verhandeln zu können“, betonte Genth. Der digitale Euro könne eine Alternative zu bestehenden Zahlungssystemen bieten. Voraussetzung sei aber eine zuverlässig funktionierende und für Kunden kostenlose Basisvariante.

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