Die Sorge vor steigenden Preisen hat in Deutschland wieder deutlich zugenommen. Wie das Marktforschungsinstitut Ipsos in seiner Studie What Worries the World ermittelt hat, zählt die Inflation für 35 Prozent der Deutschen zu den größten Sorgen. Dies entspricht einem Anstieg um 8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. Noch mehr Sorgen bereitet den Deutschen nur das Thema Migration (42 Prozent). Auf den Plätzen 3 und 4 folgen Armut und soziale Ungleichheit mit 31 Prozent sowie Kriminalität mit 30 Prozent.
Auslöser des Stimmungsumschwungs in Sachen Inflation ist laut Ipsos die Ankündigung neuer US-Zölle, die wirtschaftliche Unsicherheit ausgelöst haben. „Die geopolitische Lage verunsichert die deutschen Konsumentinnen und Konsumenten. Zu frisch ist die Erinnerung an die rasante Erosion der Reallöhne in den vergangenen Jahren“, sagt Dr. Robert Grimm, Leiter der Politik- und Sozialforschung bei Ipsos Deutschland, laut Mitteilung. Grimm warnt zudem vor den möglichen Folgen der US-Handelspolitik: „Viele befürchten, dass die von US-Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzölle die Inflation in Deutschland wieder befeuern könnten.“
Trübe Stimmung verbessert sich nur leicht
Trotz der gestiegenen Inflationsangst zeigt sich die im Allgemeinen schlechte Stimmungslage in Deutschland leicht verbessert. So sahen zuletzt 25 Prozent der Bürger das Land auf einem guten Weg – vier Prozentpunkte mehr als im März. Auch die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage erholt sich leicht: 28 Prozent bewerten sie derzeit als gut.
„Der anstehende Regierungswechsel und die vom scheidenden Bundestag getragenen Richtungsentscheidungen wurden von der Bevölkerung wohlwollend aufgenommen“, teilte Grimm mit. Deutschland brauche dringend positive Impulse.
