GfK-Index Nachhaltiger Konsum nimmt wieder zu

Nach einem zwischenzeitlichen Einbruch im Herbst letzten Jahres setzt der GfK-Nachhaltigkeitsindex seinen Aufwärtstrend im April deutlich fort. Mit 101,6 Punkten verbessert sich der Index um 7,4 Punkte gegenüber Januar 2024. 

Dienstag, 14. Mai 2024 - Handel
Lebensmittel Praxis
Artikelbild Nachhaltiger Konsum nimmt wieder zu
Bildquelle: Mirco Moskopp

Parallel zum positiven Trend des aktuellen Konsumklimas kaufen die Verbraucher in Deutschland wieder häufiger unter Nachhaltigkeitsaspekten ein und planen, dies auch zukünftig zu tun. „Nachhaltigkeit ist ein langfristiger Konsumentenwert, der im letzten Jahr kurzzeitig aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten weniger stark im Bewusstsein war. Viele Menschen mussten Kompromisse zugunsten preisgünstigerer Angebote eingehen“, sagt Petra Süptitz, Nachhaltigkeitsexpertin bei NIQ/GfK. „Nun deuten Frühindikatoren auf eine wirtschaftliche Entspannung hin und die Konsumenten sind bereit, wieder häufiger nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen.“

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Umsatzdaten der Bio-FMCG-Produkte wider, die laut NIQ-Handelspanel im ersten Quartal 2024 ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal aufweisen - trotz leicht sinkender Durchschnittspreise pro Pack. Die Produktpräsenz von Bio in den Regalen wächst mit rund 5 Prozent deutlich stärker als der Non-Bio-Bereich.

Barrieren für nachhaltiges Einkaufen sind häufig mangelnde Transparenz und Information: Die Hälfte der Verbraucher in Deutschland gibt an, nicht einschätzen zu können, ob ein Produkt umweltfreundlich ist. Abhilfe können hier zum Beispiel Produktkennzeichnungen schaffen. Eine aktuelle GfK-Studie hat nun auch die Bekanntheit und Bedeutung verschiedener Siegel in unterschiedlichen Produktkategorien ermittelt.

Die größte Vielfalt an Produktsiegeln finden Konsumenten bei Lebensmitteln. In dieser Kategorie messen sie den Kennzeichnungen auch eine große Bedeutung bei. Von insgesamt 25 in der Studie abgefragten Labeln schneidet Ökotest mit einer Bekanntheit von 97 Prozent am besten ab und liegt auch beim Faktor Relevanz mit 71 Prozent vorn. Tierwohl-Siegel stehen bei den Konsumenten ebenfalls hoch im Kurs. Hier kann sich mit Haltungsform ein noch junges Siegel hervortun, das bereits 86 Prozent der Konsumenten in Deutschland kennen. Mit 97 Prozent ist Deutsches Bio-Siegel das bekannteste Bio-Siegel. Nachholbedarf haben Klimaneutral-Siegel: Sie landen bei beiden Dimensionen eher im hinteren Feld.

„Produktsiegel sind eine wichtige Orientierungshilfe, wenn es um die Auswirkungen der gekauften Produkte auf die Umwelt geht“, erklärt Petra Süptitz. „Für eine Vielzahl von Konsumenten sind sie auch relevanter für die Kaufentscheidung als Informationen auf Unternehmens-Websites, Werbung oder die Meinung von Familie, Freunden oder Bekannten. Gleichzeitig verlieren Shopper den Überblick, wenn eine Kategorie zu viele Siegel nutzt. Hersteller und Händler haben hier die Chance, mit einer offensiven und transparenten Kommunikation die Komplexität der bestehenden Siegel zu reduzieren und für Klarheit rund um nachhaltige Produkte zu sorgen.“

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