Exklusivumfrage Ukraine-Krieg verändert Kaufentscheidungen

Dass ein brutaler Krieg einhergehend mit vielfältigen Verwerfungen, sei es bei den Energiekosten oder der Verfügbarkeit von Produkten, die Verbraucher-Präferenzen verschiebt, ist anzunehmen. In einer Exklusivumfrage unter 1.347 Befragten wird klar:

Montag, 04. April 2022 - Handel
Reiner Mihr
Ukraine-Krieg verändert Kaufentscheidungen

Die Prioritäten der Deutschen verändern sich. Die Befragung hat Bonial, Anbieter der Einkaufs-Apps „KaufDA“ und „Mein Prospekt“ im Auftrag von LP.economy durchgeführt. Generelles Ergebnis: Bio und Nachhaltigkeit bleiben zwar sehr wichtige Themen. Allerdings rückt der Preis noch mehr in den Vordergrund. Deutlich weniger Konsumenten sind bereit, für nachhaltige Produkte mehr zu zahlen. Im Vergleich der Befragungszeiträume sind das 10 Prozent weniger. Das Kaufkriterium „günstiger Preis“ wird noch wichtiger. Hier kamen 14 Prozent im Zeitvergleich hinzu. Darüber hinaus achtet fast die Hälfte durch die Inflation „jetzt mehr auf die Preise und verzichtet daher aktuell zum Teil auf Nachhaltigkeitsaspekte“.

„Die Verbraucher achten definitiv wieder verstärkt auf Angebote und Preise. Laut unserer Befragung ist sich die große Mehrheit unserer Nutzer deutlich der zunehmenden Inflation und der steigenden Preise bei Lebensmitteln bewusst und nutzt unsere Plattform daher noch gezielter zur Suche nach den besten Angeboten“, sagt Florian Reinartz, Chief Commercial Officer von Bonial.

Tatsächlich haben nahezu alle Befragten Kostensteigerungen bemerkt, und 85 Prozent machen sich über Inflation Gedanken oder haben Sorgen. Beim Blick auf das Interesse an nachhaltigen und biologisch erzeugten Produkten wird klar: Das Interesse ist nach wie vor da, aber die steigenden Preise verhindern bei vielen eine Kaufentscheidung. So sind aktuell immer noch 84 Prozent der Befragten an Nachhaltigkeitsthemen interessiert (etwas weniger als im dritten Quartal 2021). Auch wollen 65 Prozent, dass Händler nachhaltiger werden – allerdings 6 Prozentpunkte weniger als im vierten Quartal des Vorjahrs. Und: Der Preis als wichtigstes Kaufkriterium legt von 80 auf 91 Prozent zu. Nur 29 Prozent der Befragten kaufen bisher weiter ein wie gewohnt – Nachhaltigkeit bleibt ihnen wichtig.

„Wir merken, dass bei den Konsumenten zwei Herzen in einer Brust schlagen: Einerseits sind für 84 Prozent die Aspekte Nachhaltigkeit und Bio weiterhin äußerst wichtig. Andererseits achten aufgrund der Inflation jedoch 45 Prozent verstärkt auf die Preise und verzichten daher aktuell zum Teil auch auf Nachhaltigkeitsaspekte“, kommentiert André Bohnet, Vice President Client Strategy von Bonial.

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