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Einkaufen Wie die Corona-Krise den Konsum verändert

Lebensmittel Praxis | 20. April 2020
Einkaufen: Wie die Corona-Krise den Konsum verändert
Bildquelle: Getty Images

Bei 39 Prozent der Deutschen sank das Einkommen in der Corona-Krise, dennoch gibt etwa ein Viertel derzeit mehr aus für Lebensmittel. Auch die Einkaufsstättenwahl hat sich geändert. Dies ergab eine Oliver-Wyman-Befragung unter 9.000 Konsumenten in neun Ländern.

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Mehr als ein Drittel der Bundesbürger hat in Corona-Zeiten weniger Geld in der Tasche, dennoch gibt ein Viertel der Befragten mehr Geld für Lebensmittel aus als vorher. In Deutschland landeten seit dem Ausbruch von COVID-19 bei 11 Prozent der Befragten Discountprodukte, bei 9 Prozent mehr Großpackungen und bei 12 Prozent nun vermehrt Eigenmarken im Einkaufskorb.

Gleichzeitig ergab die Onlinebefragung der Beratung Oliver Weymann, dass 21 Prozent der Befragten heute hauptsächlich in einem Laden einkauften, in dem sie noch vor ein paar Monaten nicht eingekauft haben. Gleichzeitig sehen sich Lebensmittel-Einzelhändler mit weniger Besuchen und deutlich größeren Einkäufen pro Verbraucher konfrontiert: Die Hälfte aller Befragten gab an, weniger oft Lebensmittel einkaufen zu gehen. Eine Herausforderung für Händler: „Das Problem für die Händler ist oft nicht das Angebot, sondern die Nachfrage, die derzeit viel schwieriger vorherzusagen ist“, erklärt Rainer Münch, Partner und Leiter der Handels- und Konsumgüter-Practice in Deutschland. „Eingeschwungene Systeme kommen an ihre Grenzen.“ Diese Herausforderung zeigt sich auch darin, dass 73 Prozent der Befragten angaben, dass sie schon einmal gewünschte Produkte im Laden nicht vorfinden konnten und deshalb weniger einkauften.

E-Food gewinnt an Bedeutung, offenbart aber Grenzen: Der Befragung zufolge sind in Deutschland sechs Prozent der Verbraucher zumindest temporär neu zum Onlinelebensmitteleinkauf übergegangen. 12 Prozent gaben an, Lebensmittel bereits vor Ausbreitung von COVID-19 online eingekauft zu haben. Zugleich sagten die befragten Onlinekunden, dass mangelnde Produktverfügbarkeit (67 Prozent) und eingeschränkte Lieferfenster (38 Prozent) zu geringeren Ausgaben geführt haben. „Wir gehen davon aus, dass aktuell das Angebot der limitierende Faktor ist und nicht die Nachfrage. Je länger die akute Krise andauert, desto stärker werden die Kapazitäten angepasst werden“, so Münch.

Aktuell geben bereits 14 Prozent der befragten Verbraucher in Deutschland an, dass die COVID-19-Krise ihr Einkaufsverhalten für mehr als 12 Monate verändern wird. Weitere 36 Prozent gehen von mindestens fünf Monaten aus. Die größten Veränderungen erwarten die Kunden bei der Zubereitung ihrer Mahlzeiten: 38 Prozent der Befragten planen, künftig mehr lokale Lebensmittel einzukaufen. 32 Prozent gaben an, ihr Essen vermehrt zu Hause kochen zu wollen.