Molkerei-Bilanz 2025 Schwarzwaldmilch knackt die 270-Millionen-Euro-Marke – doch der Ertrag steht unter Druck

Die Schwarzwaldmilch-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 erstmals mehr als 270 Millionen Euro umgesetzt. Vor allem das Markensortiment trieb das Wachstum, die Proteinlinie verdoppelte ihren Umsatz. Zugleich drückten ein Preisverfall beim Rohstoff Milch und steigende Kosten auf das Ergebnis.

Mittwoch, 17. Juni 2026, 10:11 Uhr
Theresa Kalmer
V.l.n.r.: Heinz Kaiser (Geschäftsleiter Landwirtschaft/Produktion/Logistik), Markus Kaiser (Aufsichtsratsvorsitzender), Andreas Schneider (Geschäftsführer), Jens Müller (Geschäftsleiter Vertrieb/Marketing), Björn Beckmann (Geschäftsleiter Finanzen/Verwaltung). Bildquelle: Schwarzwaldmilch

Die Schwarzwaldmilch-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 erstmals einen Umsatz von mehr als 270 Millionen Euro erzielt. Nach eigenen Angaben stieg der Umsatz der genossenschaftlich organisierten Molkerei um gut 4 Prozent auf 271,4 Millionen Euro. Zugleich räumte Geschäftsführer Andreas Schneider ein, dass das wirtschaftliche Ergebnis unter starkem Ertragsdruck gestanden habe.

Grund dafür war laut der Mitteilung des Freiburger Unternehmens ein massiver Preisverfall beim Rohstoff Milch im Herbst und Winter 2025. Die Milchanlieferung sei deutschlandweit und auch bei Schwarzwaldmilch deutlich höher ausgefallen als erwartet. Gleichzeitig seien die Produktionskosten unter anderem in den Bereichen Logistik und Verpackungsmaterial gestiegen. „Das hat in der Kombination mit den deutlich höheren Milchmengen dazu geführt, dass das wirtschaftliche Ergebnis unter starkem Ertragsdruck stand“, erklärte Schneider laut der Mitteilung. Im Jahr 2025 lieferten die Erzeuger insgesamt 261,8 Millionen Kilogramm Milch an die Molkerei.

Das Umsatzwachstum führt Schwarzwaldmilch vor allem auf das Markensortiment zurück, das den Angaben zufolge um 12 Prozent zulegte. Besonders stark wuchs demnach die Proteinlinie mit einem Plus von 106 Prozent, gefolgt von der Bio-Heumilch mit 20 Prozent Zuwachs. Auch die Marke Lac lactosefrei (plus 9 Prozent) und die Lizenzmarke Landliebe (plus 10 Prozent) trugen zum Wachstum bei. Schwarzwaldmilch beansprucht nach eigenen Angaben unter Berufung auf Daten des Marktforschers Nielsen in mehreren Segmenten die Marktführerschaft unter den Herstellermarken – darunter bei Bio-Trinkmilch, Weide-Trinkmilch, Protein-Trinkmilch sowie in der Kategorie lactosefreie Produkte der Weißen Linie.

Schwarzwaldmilch übernimmt Käserei im Allgäu

Zu Beginn des Jahres 2026 hat die Schwarzwaldmilch-Gruppe die Käserei Bauhofer mit Sitz in Bodnegg im württembergischen Allgäu übernommen. Das Unternehmen stellt nach Angaben von Schwarzwaldmilch Allgäuer Emmentaler, Bergkäse und Schnittkäse her. Damit verfügt die Gruppe nun über drei Standorte: Freiburg, Offenburg und Bodnegg. „In einem hart umkämpften Markt als mittelständische Molkerei zu bestehen ist herausfordernd, ein nachhaltiges Umsatz- und Absatzwachstum zu erzielen ungleich schwieriger“, sagte Schneider laut der Mitteilung.

Im vergangenen Jahr investierte Schwarzwaldmilch nach eigenen Angaben knapp neun Millionen Euro an den Standorten Freiburg und Offenburg. Die Eigenkapitalquote bezifferte das Unternehmen auf 56,3 Prozent. Der Exportanteil am Gesamtumsatz lag den Angaben zufolge bei gut 11 Prozent, wobei mehr als die Hälfte des Exportumsatzes auf den Standort Offenburg entfiel. Insgesamt beschäftigt die Schwarzwaldmilch-Gruppe nach eigenen Angaben mehr als 450 Mitarbeiter an ihren drei Standorten.

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