Molkereigenossenschaft zieht Bilanz China-Geschäft beflügelt Hochwald

Die Hochwald-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 erneut mehr als zwei Milliarden Euro umgesetzt. Vor allem das Exportgeschäft mit China trieb das Wachstum. Für 2026 rechnet das Unternehmen jedoch mit sinkenden Milchpreisen und steigenden Kosten.

Dienstag, 30. Juni 2026, 17:25 Uhr
Manuel Glasfort
Niedrige Preise für Milch sorgten zuletzt für eine steigende Nachfrage der Verbraucher. Bildquelle: Getty Images

Die Hochwald-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 die Marke von zwei Milliarden Euro beim Umsatz überschritten. Wie die Molkereigenossenschaft auf ihrer Vertreterversammlung am 30. Juni 2026 mitteilte, stieg der Gesamtumsatz leicht auf 2,034 Milliarden Euro – nach 2,011 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichte den Angaben zufolge 191,1 Millionen Euro, ein stattliches Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Den Umsatz erzielte Hochwald nach eigenen Angaben zu 58 Prozent im Inland und zu 42 Prozent im Export. Besonders das internationale Geschäft habe zum Wachstum beigetragen, wobei China als Wachstumstreiber hervorgehoben wurde. Das Drittlandgeschäft stieg demnach von 327,1 Millionen Euro auf 335,8 Millionen Euro. Die Milchanlieferung der Genossenschaftsmitglieder wuchs leicht von 2.283,5 Millionen Kilogramm auf 2.309,5 Millionen Kilogramm. Die Zahl der Beschäftigten sank geringfügig von 1.959 auf 1.950.

Die Milchlieferanten der Genossenschaft erhielten laut der Mitteilung einen durchschnittlichen Auszahlungspreis von 52,4 Cent je Kilogramm Milch, nach 48,1 Cent im Vorjahr. Damit habe Hochwald knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von 52,2 Cent gelegen, den die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ausweise.

Das Marktumfeld beschrieb das Unternehmen als wechselhaft: Während die Milchauszahlungspreise zu Jahresbeginn 2025 hoch gewesen seien, seien sie zum Jahresende gesunken. Gleichzeitig hätten die Milchanlieferungen nach einem Rückgang in den ersten sieben Monaten ab August deutlich zugelegt – im Dezember lagen sie den Angaben zufolge 7,7 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Hochwald erwartet für 2026 sinkende Milchpreise und steigende Kosten

Für das laufende Jahr 2026 zeichnet Hochwald ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal habe die Anlieferungsmenge rund 6 Prozent über dem Vorjahreszeitraum gelegen, was branchenweit zu einer sehr hohen Auslastung der Verarbeitungsstandorte führe. Der durchschnittliche Milchpreis sei nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Zeitraum Januar bis März 2026 auf rund 38 Cent je Kilogramm gesunken.

Zugleich belasteten steigende Energie- und Kraftstoffpreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten die Kostenseite der Branche. Die niedrigeren Verbraucherpreise sorgten allerdings für eine steigende Nachfrage.

Das Unternehmen investierte im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 160,6 Millionen Euro in Sachanlagen, nach 142,5 Millionen Euro im Vorjahr. Im Rahmen der 2023 gestarteten Strategie „Prepared for tomorrow“ stehen laut Hochwald in diesem Jahr unter anderem die Fertigstellung eines Buttereiprojekts am Standort Hünfeld sowie ein Modernisierungsprogramm in Thalfang an. „Mit einer klaren Fokussierung auf unsere Kernkompetenzen, kontinuierliche Verbesserungen und konsequente Kostenoptimierung stärken wir die Widerstandsfähigkeit unseres Unternehmens gegenüber externen Krisen und volatilen Märkten“, erklärte Geschäftsführer Detlef Latka laut der Mitteilung.

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