Nach wochenlangem Stillstand bei den Tarifgesprächen für den Einzel- und Versandhandel setzt die Gewerkschaft Verdi ihre Arbeitskämpfe fort. Für diesen Freitag sind Beschäftigte aus Hessen aufgerufen, in Frankfurt für ihre Forderungen zu demonstrieren. Bei den bisherigen Protesten blieben die Auswirkungen für die Konsumenten gering.
Schäuble: Beschäftigte brauchen spürbares Plus
Verhandlungsführer Marcel Schäuble erklärte: „Ziel ist es, den Arbeitgebern nochmals deutlich zu machen, dass die Beschäftigten im Handel jetzt ein deutliches und spürbares Plus im Geldbeutel benötigen, damit sie ihre laufenden Kosten und ihr Leben finanzieren können. Reallohnverlust und Kaufkraftverlust sind nicht hinnehmbar.“
In den vergangenen Wochen hatten die Arbeitgeber Verhandlungen in vier Bundesländern einseitig ausgesetzt. Ihr Vorwurf an die Gewerkschaft lautete, dass der Bundesvorstand eine in Baden-Württemberg erzielte Einigung unterlaufen habe. Verdi wies das strikt zurück.
Weitere Verhandlungen am 24. Mai
In Hessen mit rund 250.000 betroffenen Beschäftigten wird Schäuble zufolge am 24. August weiterverhandelt. Man erwarte aber bereits am 19. August ein deutlich verbessertes Angebot im Tarifgebiet Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Verdi fordert in Hessen Lohnerhöhungen um pauschal 250 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.