Voelkel hat 2025 einen Umsatz von 161 Millionen Euro erzielt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 14 Prozent.
In der Jahresbilanz verweist das Unternehmen besonders auf sein Nachhaltigkeits-Engagement. Zum Beispiel sei trotz Steigerung der Produktionszahlen um knapp 8 Prozent der absolute Wasserverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 5 Prozent gesenkt worden. Und: Durch das Anfang 2025 in Betrieb genommene Biomasseheizwerk könnten nun knapp 80 Prozent der benötigten Prozesswärme durch Biomasse anstatt durch Erdgas erzeugt werden. Dies entspricht nach Unternehmensangaben einer C02-Einsparung von 5.500 Tonnen.
30 Prozent Plus bei den Arbeitsplätzen
Neben zweistelligen Millionenbeträgen für modernste Energieinfrastruktur und neue Produktionsanlagen investierte der selbst ernannte Bio-Pionier 2025 vor allem in den Faktor Mensch. Fast 100 neue Mitarbeiter wurden eingestellt, was ein Plus von nahezu 30 Prozent auf jetzt 450 Arbeitsplätze bedeutet.
Ein großer Einschnitt im vergangenen Jahr: Nach 45 Jahren in der Geschäftsführung bei Deutschlands Biosaftmarke Nummer eins trat Geschäftsführer Stefan Voelkel in den Ruhestand. Das wendländische Familienunternehmen feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen und wird jetzt in vierter Generation von seinen Söhnen Boris, Jacob und Jurek Voelkel geleitet.
Saft-Range nach Preis-Plus wieder überlebensfähig
Voelkel versteht sich nach eigener Darsellung als Stabilität schaffendes Ausgleichsgewicht in der zunehmend aus dem Gleichgewicht geratenden Lieferkette. Rund 10 Millionen Euro investiert das Unternehmen daher allein in einen neuen Standort zur Vorfertigung, mehr als 12 Millionen Euro für eine neue Produktionslinie. Und für ein neues Hochregallager sowie ein weiteres Biomasseheizwerk rechnet Jacob Voelkel mit einem Volumen von weiteren 20 bis 30 Millionen Euro.
Der für die Bereiche Produktion, Technik, Lager, QS & QM verantwortliche Geschäftsführer ergänzt: „Ein weiterer zukunftsorientierter, aber kostenintensiver Meilenstein war für uns im vergangenen Geschäftsjahr die Umstellung eines Großteils unserer Säfte und Nektare in 0,7-l-VdF auf eine neue, hauseigene 0,5-l-Flasche mit neuem Design. Die mit der Premiumisierung der Kategorie verbundene Preiserhöhung macht die zuletzt wegen der massiv gestiegenen Rohwarenpreise in die Verlustzone gerutschte Saft-Range wieder überlebensfähig.“
33 Prozent Minus bei den Haferdrinks
Als erster Hersteller habe das Unternehmen den Schritt gewagt, den höheren Literpreis bewusst offen und transparent durch Anzeigen und Maßnahmen am POS zu kommunizieren, um Akzeptanz sowie auch das Gefühl des Mitwirkens an einer zukunftsfähigen Landwirtschaft bei den Konsumenten zu erreichen.
„Die Menschen in Deutschland trinken immer weniger klassischen Fruchtsaft. Der Trend geht zu funktionalen und zuckerreduzierten Getränken“, erklärt Jurek Voelkel, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb. „Zu unserem positiven Ergebnis trugen daher maßgeblich unsere Neuprodukt-Innovationen der vergangenen Jahre bei, allen voran unsere funktionale Shot-Range, die wir auch in diesem Jahr um weitere Neuzugänge erweitert haben.“
Allerdings: Bei den Haferdrinks musste Voelkel ein Minus von 33 Prozent verkraften. hinnehmen. Jurek Voelkel: „Die Menschen sind finanziell am Limit und da verliert das Argument der umweltfreundlichen Glasmehrwegflasche offensichtlich an Bedeutung und man greift wieder zum günstigeren Verbundkarton.“