Ritter Sport streicht an seinem Hauptsitz in Waldenbuch rund 70 Stellen in der Verwaltung. Damit sind mehr als 10 Prozent der gut 600 Verwaltungsmitarbeiter am Standort betroffen. Das sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Lebensmittel Praxis und bestätigte entsprechende Medienberichte. Betroffen seien alle Bereiche der Verwaltung. Es ist der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte.
Der Hersteller der bekannten quadratischen Tafeln war im vergangenen Geschäftsjahr trotz eines Umsatzsprungs auf 712 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht, wie der Sprecher weiter bestätigte, ohne die Verluste zu beziffern. Wesentliche Ursache seien die stark steigenden Kosten, insbesondere für Kakao, aber auch für Energie und Verpackungen.
Der Börsenpreis für Kakao hatte sich in den vergangenen zwei Jahren infolge von Missernten zeitweise vervielfacht, was sich auch in Preissteigerungen für Schokoladenwaren am Regal bemerkbar machte. Die Verbraucher reagierten mit Kaufzurückhaltung, was auch Ritter zu spüren bekam. Zwar ist der Kakaopreis inzwischen deutlich zurückgegangen und hat sein Ausgangsniveau von 2023 wieder erreicht. Allerdings macht sich das Ritter zufolge aufgrund der Beschaffungszyklen nicht direkt in sinkenden Kosten bemerkbar. Zudem rechnet der Hersteller weiter mit starker Volatilität auf dem Kakaomarkt.
Die Gespräche mit den Mitarbeitern über die Kündigungen seien gerade angelaufen, sagte der Unternehmenssprecher und betonte, man sei um sozialverträgliche Lösungen bemüht. Es sei ein Sozialplan vereinbart worden und man wolle mittels Transfergesellschaft die finanzielle Absicherung der Betroffenen gewährleisten. Allerdings könnten betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden.