Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete am 19. Januar 2026 das vorläufige Verfahren an, wie das Unternehmen mitteilte. Als Gründe nannte Rofu Kinderland ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie einen intensiven Wettbewerb.
Das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz betreibt 104 Filialen in sieben Bundesländern und beschäftigt rund 1.970 Mitarbeiter. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben von Rofu Kinderland in allen Filialen weiter. Auch der Online-Shop bleibe verfügbar. Die Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.
Bei der Eigenverwaltung bleibt das Management im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt. Marcus Katholing von der Pluta Management tritt als Sanierungsgeschäftsführer in die Geschäftsführung ein und wird von Daniela Jeske unterstützt. Zusammen mit den beiden Rofu-Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl sollen sie das Unternehmen durch das Verfahren führen. Das Gericht bestellte Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen zur vorläufigen Sachwalterin. Sie überwacht das Verfahren und sorgt dafür, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt werden.
Rofu Kinderland setzt auf stationären Handel
Rofu Kinderland will sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung auf den stationären Handel als Herzstück der Marke konzentrieren, kombiniert mit einer Omnichannel-Verzahnung. Zudem will das Unternehmen die Prozesse verbessern, die Bestands- und Flächensteuerung effizienter gestalten und die Zusammenarbeit mit den Lieferanten intensivieren. „Unsere Fachmärkte bleiben mit ihrem attraktiven Sortiment zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter“, zitierte das Unternehmen Geschäftsführer Michael Fuchs in der Mitteilung.
Rofu Kinderland will den bereits begonnenen Investorenprozess fortsetzen. „Mit einem neuen Investor wollen wir das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen“, zitierte das Unternehmen Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing in der Mitteilung. Das Unternehmen verkauft seit über 40 Jahren Spielwaren vieler bekannter Marken. Zum Sortiment gehören auch Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets, Puzzle und Gesellschaftsspiele sowie saisonale Dekoration und Faschingskostüme.

