Der Deutsche Brauer-Bund rechnet nach einem historischen Absatzeinbruch auch für 2026 mit einem schwierigen Jahr für die Bierbranche. „2026 wird für uns ein sehr hartes Jahr werden, eine Entspannung ist nicht in Sicht“, sagte Hauptgeschäftsführer Holger Eichele laut einer Mitteilung des Verbands. Die anhaltend schwache Konsumstimmung belaste Handel, Gastronomie und Brauer gleichermaßen. Hinzu kämen steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik.
Der Absatz von alkoholhaltigem Bier ging den Angaben zufolge im Jahr 2025 in Deutschland um 5,8 Prozent zurück. Auch der Verband Private Brauereien zeichnet ein düsteres Bild: Für 40 Prozent der Bierhersteller habe das wirtschaftliche Überleben derzeit oberste Priorität. Regionale Privatbrauereien setzten dennoch auf neue Produkte und Anlagen.
Große Hoffnungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 hegt die Branche nicht. Mögliche Impulse hingen vom Erfolg der Nationalmannschaft und vom Sommerwetter ab, erklärte der Brauer-Bund. Sportliche Großereignisse seien kein Selbstläufer mehr – selbst die Heim-Europameisterschaft 2024 habe der Branche nur wenig Schwung gebracht.
Brauer setzen verstärkt auf alkoholfreies Bier und Limonaden
Viele Brauer reagieren auf den rückläufigen Bierabsatz, indem sie verstärkt alkoholfreies Bier oder Limonaden herstellen. Alkoholfreie Biere erreichen nach Angaben des Brauer-Bunds mittlerweile einen Anteil von 11 Prozent am gesamten Bierkonsum. Zugleich verwies der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, darauf, dass ein großer Teil der Jugendlichen heute keinen oder nur sehr selten Alkohol trinke. Aus medizinischer Sicht sei das grundsätzlich zu begrüßen.
Die Mehrwegquote der Bierbranche liegt laut dem Brauer-Bund bei knapp 80 Prozent. Damit erfüllten die Brauer als einzige Getränkebranche die gesetzlichen Vorgaben.