Dem Wellpappenwerk Gissler & Pass in Rodenberg nahe Hannover droht die Schließung. Das Sanierungskonzept, das im Rahmen der Eigenverwaltung entwickelt worden war, ist nach der Aufhebung dieses Verfahrens ins Stocken geraten. Dies teilte die Paeffgen Rechtsanwaltsgesellschaft im Auftrag der Muttergesellschaft Gissler-Weber SE mit. Das Unternehmen stellt Verpackungs- und Displaylösungen aus Wellpappe her.
Das Insolvenzgericht hatte die Eigenverwaltung am 14. Januar 2026 aufgehoben und den bisherigen Sachwalter zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Seitdem kam die Umsetzung des Sanierungskonzepts den Angaben zufolge zum Erliegen. Geschäftsführung, Gesellschafter und Gläubiger befürchten nun die Schließung des Werks.
Im Dezember 2025 hatten Unternehmensleitung, Gesellschafter und der vorläufige Gläubigerausschuss ein Sanierungskonzept erarbeitet. Dieses sollte Arbeitsplätze sichern, Lieferketten erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen. Das Konzept war dem damaligen Sachwalter Volker Römermann vorgelegt worden, der das Unternehmen in der Eigenverwaltung begleitete.
„Nach der Entbindung der Geschäftsführung von ihren Aufgaben kam die Sanierung praktisch zum Stillstand. Wichtige Lieferbeziehungen wurden nicht fortgeführt, viele Prozesse liegen seither brach“, sagte ein Sprecher der Gissler-Weber SE laut Mitteilung. Das Vertrauen der Kunden und Lieferanten sei in wenigen Wochen seit Beendigung der Eigenverwaltung stark beschädigt worden. Mehrere Gläubigervertreter haben nach Angaben des Unternehmens Rechtsanwälte mit der Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche gegen die vorläufige Insolvenzverwaltung beauftragt.
Gissler & Pass Rodenberg ist eine Tochtergesellschaft der Familiengesellschaft Gissler-Weber.