Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hat zu Warnstreiks bei der Deutsche See Fischmanufaktur aufgerufen. Die Beschäftigten legen die Arbeit am Hauptsitz in Bremerhaven und an vielen der bundesweit 19 Standorte ab dem heutigen Montagabend bis zum frühen Mittwochmorgen nieder. Die Gewerkschaft reagiert damit auf drei ergebnislose Tarifverhandlungsrunden.
Die Gewerkschaft fordert einen Anschlusstarifvertrag mit zwölf Monaten Laufzeit bis zum 30. September 2026, 12 Prozent mehr Entgelt für alle Entgeltgruppen, 300 Euro mehr Ausbildungsvergütung sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Die Forderungen begründet die Gewerkschaft insbesondere mit der Mindestlohnerhöhung ab dem 1. Januar 2026 und der notwendigen Wahrung der Entgeltabstände.
„Wer trotz steigender Mindestlöhne, hoher Arbeitsbelastung und großer Verantwortung der Beschäftigten jede echte Verbesserung verweigert, provoziert den Konflikt bewusst“, zitierte die Gewerkschaft ihren Verhandlungsführer Björn Bauer in der Mitteilung. Die Beschäftigten seien nicht bereit, Reallohnverluste und Perspektivlosigkeit weiter hinzunehmen.
Deutsche See lehnt unbefristete Übernahme ab
Das Unternehmen bot bislang lediglich einen Inflationsausgleich bei 27 Monaten Laufzeit an. Für die unteren Entgeltgruppen schlug der Arbeitgeber lediglich eine Angleichung an den Mindestlohn vor, für die Auszubildenden nur minimale Anpassungen. Eine unbefristete Übernahme lehnte das Unternehmen ab. Auch der Versuch der Tarifkommission, über eine alternative Lösung mit einer Jahressonderzuwendung zu verhandeln, scheiterte nach Angaben der Gewerkschaft.
In der dritten Verhandlungsrunde am 28. November 2025 erklärte die Geschäftsführung der Deutschen See Fischmanufaktur, dass es keinen finanziellen Spielraum für Verbesserungen gebe. Weitere Verhandlungsbereitschaft signalisierte das Unternehmen nicht, wie die Gewerkschaft mitteilte.
