Brandenburg Größter Schlachtbetrieb steht wohl vor dem Aus

Der größte Schlachtbetrieb im Land Brandenburg, das Fleischcenter Perleberg, steht wohl vor dem Aus. Er könne bestätigen, dass das Unternehmen mit 150 Beschäftigten voraussichtlich schließen werde, so Prignitz-Landrat Christian Müller. 

Freitag, 31. Oktober 2025, 10:07 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Schlachthof-Schließung mit Folgen: Es drohen unter anderem längere Transportwege und höhere Kosten, aber auch Verluste für die regionale Wertschöpfung. Bildquelle: Vion (Symbolbild)

In Perleberg in Brandenburg droht die Schließung des Fleischcenters Perleberg, des größten Schlachtbetriebes im Bundesland. Er könne bestätigen, dass das Unternehmen mit 150 Beschäftigten voraussichtlich schließen werde, so Prignitz-Landrat Christian Müller. Das habe die Geschäftsführung in einem Schreiben angekündigt. „Sollte es tatsächlich zu einer Schließung kommen, wäre das für die Mitarbeiter, für unseren Landkreis Prignitz und für Geschäftskunden des Fleischcenters ein herber Schlag“, sagte Müller. Der genaue Termin der Schließung steht noch nicht fest. 

Politik macht der Firmenspitze Vorwürfe

Er verwies auf einen schon länger laufenden Austausch der Kommunal- und Landespolitik mit dem Unternehmen über die wirtschaftliche Lage und strukturelle Herausforderungen innerhalb der Branche. Der Firma sei dabei auch Hilfe angeboten worden. „Wir bedauern es, dass der Schlachthof offenbar trotz der gemeinsamen Anstrengungen bisher keine wirtschaftlich tragfähige Lösung finden konnte.“

In der Mitteilung wurde auch Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD) zitiert. Sie verwies darauf, dass ihr Haus und andere Beteiligte schon seit Beginn des Jahres nach möglichen Lösungen gesucht hätten „Keine unserer Initiativen wurde vom Unternehmen im Nachhinein aufgenommen, auch wurde nicht nach Weiterführung der Gespräche gefragt. Das ist bedauerlich.“

Längere Transportwege und steigende Kosten 

Der Präsident des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, sagte: „Jede Schließung einer Schlacht- und Verarbeitungsstätte für Tiere in Brandenburg ist für den Erhalt einer regionalen Fleischerzeugung ein herber Rückschlag. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Tierhaltung in Brandenburg im bundesweiten Vergleich einen dramatischen Rückgang zu verzeichnen hat.“ 

Folgen einer möglichen Schließung des Fleischcenters seien längere Transportwege und steigende Kosten für Tierhalter. Es sei auch damit zu rechnen, dass weitere Wertschöpfung von Brandenburg in andere Regionen verlagert werde. „Alle Bemühungen auch politischer Entscheidungsträger, den Standort in Perleberg zu erhalten, haben unsere volle Unterstützung.“ 

Entlassungen gab es bereits Ende 2024

Bereits Ende 2024 waren 190 Mitarbeiter entlassen worden. Durch die drohende Schließung wird die Anzahl der Schlachthöfe in den östlichen Bundesländern weiter ausgedünnt.

Als Gründe für das anstehende Aus gelten unter anderem hohe Energie-, Logistik- und Lohnkosten, weltweite Zollbeschränkungen, Lieferbeschränkungen zum Beispiel für Exporte nach China sowie Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest und der Maul- und Klauenseuche. 

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