Fleischbranche Eberswalder Wurst darf Marke nach Werksschließung weiternutzen

Nach der angekündigten Schließung des Standorts Britz bei Eberswalde haben sich der Wursthersteller Eberswalder und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg auf Regeln für die weitere Nutzung der Marke geeinigt. Die Produktion soll künftig an anderen ostdeutschen Standorten laufen. Zudem stellt das Unternehmen 100.000 Euro für die regionale Wirtschaftsförderung bereit.

Montag, 08. Juni 2026, 12:23 Uhr
Manuel Glasfort
Würste der Marke Eberswalder sind nicht nur in Ostdeutschland vielen ein Begriff. Nun ist klar: Die Marke bleibt erhalten, auch nach Schließung des Standorts in Britz. (Symbolfoto) Bildquelle: Getty Images

Der Wursthersteller Eberswalder Wurst und die IHK Ostbrandenburg haben sich auf Regeln für die künftige Nutzung der Marke Eberswalder geeinigt. Hintergrund ist die Schließung des Produktionsstandorts im brandenburgischen Britz bei Eberswalde Ende Februar 2026. Beide Seiten teilten die Einigung in einer gemeinsamen Mitteilung mit.

Tönnies: Wichtige Schritte für Unternehmenszukunft

Die Produkte der Marke Eberswalder sollen den Angaben zufolge künftig vornehmlich an anderen Standorten in Ostdeutschland hergestellt werden. Die Rohwaren will das Unternehmen, welches zur Premium Food Group (PFG, vormals Tönnies) gehört, vorrangig über den Standort Weißenfels beschaffen, damit auch Brandenburger Zulieferer weiterhin zum Zuge kommen können. Die IHK Ostbrandenburg behält laut der Vereinbarung bis zum 30. November 2027 alle Rechte an den Kollektivmarken. Die Eberswalder Wurst nutzt weiterhin die eigenen Wort- und Bildmarkenrechte der Unternehmensgruppe.

„Die Sicherung der bedeutendsten ostdeutschen Wurstmarke Eberswalder sowie die Stärkung unserer Produktionsstandorte in Chemnitz, Suhl und Zerbst mit ihren vielen Hundert Kolleginnen und Kollegen sind wichtige Schritte für die Zukunft unseres Unternehmens und des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland“, schreibt Maximilian Tönnies, Gesellschafter der PFG, auf Linkedin. 

Ehemalige Betriebsstätte mit schnellstmöglicher neuer Nutzung

Darüber hinaus verpflichtet sich das Unternehmen, seine Verkaufseinheit in Wandlitz im Landkreis Barnim weiterzubetreiben und nach Möglichkeit auszubauen. Sollte eine neue Produktionsstätte für Eberswalder Produkte entstehen, werde Brandenburg als erste Option in Betracht gezogen, heißt es in der Mitteilung. Die ehemalige Betriebsstätte in Britz soll demnach schnellstmöglich einer neuen Nutzung zugeführt und bis zu einem möglichen Verkauf so betreut werden, dass eine Vermarktung möglich bleibt.

Zusätzlich stellt die Eberswalder Wurst nach eigenen Angaben einmalig 100.000 Euro bereit. Das Geld soll in Abstimmung mit der IHK in die Wirtschaftsförderung und in soziale Einrichtungen im Landkreis Barnim fließen.

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