Werbung führe dazu, dass Menschen und insbesondere Kinder und Jugendliche keine natürliche Distanz zu Alkohol entwickelten. Alkohol dürfe nicht als alltägliches Getränk verharmlost werden. Mit dieser Begründung fordert der niedersächsische Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) ein Werbeverbot für alkoholische Getränke.
Philippi: Bundesregierung soll sich bewegen
Der lockere Umgang mit Alkohol in Deutschland sei angesichts seiner gesundheitsschädlichen Wirkung kaum zu rechtfertigen, erklärte Philippi. Der Konsum von Alkohol sei einer der größten Risikofaktoren für Herz-, Krebs- und Lebererkrankungen sowie vorzeitige Sterblichkeit. „Wer auf Alkohol verzichtet, stärkt das Immunsystem, fördert die Konzentration und schont sein Herz-Kreislaufsystem sowie die Leber“, so der Minister.
Niedersachsen erwarte von der Bundesregierung Bewegung bei dem Thema, sagte Philippi. Der Bund hatte sich nach Darstellung des SPD-Politikers dem Thema Werbeverbot von Alkohol in der vergangenen Legislatur bereits angenommen, ist aber nicht mehr in die Umsetzung gekommen. Deutschland brauche eine veränderte Alkoholpolitik, die die Gesundheit von Menschen an die erste Stelle setze, forderte der Minister. Diese müsse durch bundesweite schärfere Regelungen für Marketing und Sponsoring für Alkohol flankiert werden.
WHO meldet hohen Alkoholkonsum in Deutschland
Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Alkoholkonsum in Deutschland immer noch hoch. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland pro Person ab 15 Jahren 11,2 Liter reiner Alkohol getrunken, wie das Ministerium mitteilte. Zehn Jahre zuvor waren es mit 12,1 Liter pro Kopf noch knapp ein Liter mehr. Der Konsum ist den Angaben zufolge also leicht rückläufig.
Im Dry January, dem trockenen Januar, verzichten Menschen auf Alkoholkonsum. Bei dem Gesundheitstrend, der seinen Ursprung in Großbritannien hat, wird vier Wochen auf den Konsum von Alkohol verzichtet. Bereits nach wenigen Wochen des Verzichts von alkoholischen Getränken könnten positive Wirkungen nachgewiesen werden, erklärte Philippi.
