Zuckersteuer Verbände drängen CDU zu Abgabe auf Softdrinks

Mehrere Dutzend Mediziner- und Verbraucherverbände richten einen Appell an die Bundes-CDU: Sie solle eine Herstellerabgabe auf stark gezuckerte Getränke einführen. Der CDU-Parteitag berät am Wochenende über einen entsprechenden Antrag.

Mittwoch, 18. Februar 2026, 10:13 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Wie viele Stücke Würfelzucker stecken eigentlich in Cola und anderen typischen Softdrinks? Es sind oft mehr, als man denkt. Bildquelle: Getty Images

Medizinerverbände und Verbraucherschützer fordern die CDU auf, sie solle sich für eine Abgabe auf stark gezuckerte Getränke aussprechen. In einem offenen Brief appellieren 46 Verbände an die Delegierten des CDU-Bundesparteitags, sich für die Einführung einer Herstellerabgabe auf Süßgetränke einzusetzen. Die Verbände begründen dies mit einer alarmierenden Entwicklung ernährungsbedingter Erkrankungen und steigenden gesellschaftlichen Folgekosten.

Antragskommission empfiehlt Ablehnung des Antrags

Zuckergesüßte Getränke seien laut Weltgesundheitsorganisation ein zentraler Treiber für Adipositas, Diabetes und Karies, heißt es in dem Aufruf, den unter anderem die Verbraucherorganisation Foodwatch initiiert hat. Limonaden bildeten auch eine Hauptquelle des Zuckerkonsums von Kindern. „Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe würde den Zuckerkonsum über Getränke in allen Altersgruppen deutlich reduzieren“, heißt es in dem Brief.

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, die Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, mehrere weitere medizinische Fachgesellschaften und das Deutsche Kinderhilfswerk. Der CDU-Parteitag befasst sich an diesem Freitag und Samstag in Stuttgart mit einem Antrag des Landesverbands Schleswig-Holstein, der auf gesündere Ernährung vor allem bei Kindern und Jugendlichen zielt. Dafür solle die CDU die Einführung einer Steuer auf Getränke mit hohem Zuckeranteil wie Softdrinks fordern.

Die vom CDU-Vorstand bestellte Kommission, die vor Parteitagen über alle Anträge berät, empfiehlt den Delegierten allerdings, den Antrag abzulehnen. Bundesernährungsminister Alois Rainer von der CSU hatte einer Zuckersteuer bereits eine Absage erteilt. Der Antrag aus Schleswig-Holstein fordert außerdem eine Altersgrenze von 16 Jahren für Energy-Drinks.

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