Außenhandel Deutscher Handel mit Osteuropa wächst stärker als Gesamtexporte

Der deutsche Außenhandel mit Osteuropa legte nach neuen Angaben 2024 um 3,4 Prozent auf 550 Milliarden Euro zu. Das Wachstum übertraf damit den Gesamtanstieg der deutschen Exporte. Polen verdrängte China und Italien als viertgrößten deutschen Absatzmarkt.

Dienstag, 24. Februar 2026, 13:51 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Interessanter Markt: Der deutsche Außenhandel mit Osteuropa legte 2024 um 3,4 Prozent auf 550 Milliarden Euro zu. Bildquelle: Getty Images

Der deutsche Außenhandel mit Osteuropa und den früheren sowjetischen Teilrepubliken legte im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf gut 550 Milliarden Euro zu. Das Wachstum fiel damit stärker aus als beim deutschen Außenhandel insgesamt, der um 2,4 Prozent zulegte. Dies teilte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft mit.

Region Stabilitätsanker für deutschen Außenhandel

Fast jedes fünfte deutsche Exportprodukt geht den Angaben zufolge in die 29 Länder dieser Region. „Die Gegenwart heißt Mittel- und Osteuropa“, äußerte für den Ost-Ausschuss dessen Vorsitzende Cathrina Claas-Mühlhäuser. Sie bezeichnete die Region als „Stabilitätsanker für den deutschen Außenhandel“.

Die deutschen Exporte in die Region stiegen im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent auf 288 Milliarden Euro. Allein die Ausfuhren nach Polen und Tschechien wuchsen um insgesamt fast neun Milliarden Euro. Polen ist mittlerweile Deutschlands viertgrößter Absatzmarkt vor Italien und China. Die Einfuhren aus der Region kletterten um 3,6 Prozent auf 262 Milliarden Euro.

Unternehmen planen mehr Investitionen in der Region

Eine Umfrage des Ost-Ausschusses und der Unternehmensberatung KPMG zeigt nach Angaben des Ausschusses die wachsende Bedeutung der Region. Demnach planen 41 Prozent der befragten Unternehmen Investitionen in den kommenden zwölf Monaten. Der Ost-Ausschuss wirbt vor diesem Hintergrund für mehr Tempo bei der EU-Erweiterung, damit Ländern wie den Balkan-Staaten und der Ukraine der Weg in die Europäische Union erleichtert wird.

Der 1952 gegründete Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft fördert die Handelsbeziehungen mit 29 Ländern in Osteuropa und Zentralasien. Ihm gehören rund 350 Unternehmen und Verbände an.