Milchwirtschaft 2024 Molkereien produzieren deutlich weniger Konsummilch

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Die Herstellung von Konsummilch sank in Deutschland binnen drei Jahren um rund zehn Prozent auf vier Millionen Tonnen. Zugleich schrumpfte die Zahl der Hersteller auf 107 Unternehmen. Frischmilchprodukte wie Joghurt und Kakao legten dagegen zu.

Dienstag, 18. November 2025, 14:25 Uhr
Thomas Klaus
Die durchschnittliche Milchaufnahme stieg pro Molkerei im Vergleich zu 2021 um 4,8 Prozent auf 181.700 Tonnen, bei einem Rückgang der milchaufnehmenden Molkereien um drei Unternehmen. Bildquelle: Getty Images

Die deutschen Molkereien haben 2024 deutlich weniger Konsummilch produziert als drei Jahre zuvor. Die Herstellungsmenge sank um 393.000 Tonnen auf rund vier Millionen Tonnen. Das geht aus Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft unter dem Dach der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) für 2024 hervor. Zugleich verringerte sich die Zahl der Konsummilch-Hersteller um acht auf 107 Unternehmen. 

147.000 Tonnen mehr Frischmilcherzeugnisse

Gegenläufig entwickelte sich die Produktion anderer Frischmilcherzeugnisse. Zu diesen Produkten zählen Erzeugnisse aus Sahne, Buttermilch, Sauermilch, Kefir, Joghurt sowie Milchmischerzeugnisse und -getränke wie Kakao oder Eiskaffee. Hier stieg die Herstellungsmenge um 147.000 Tonnen, während die Zahl der Hersteller um fünf auf 31 Unternehmen zunahm. Der Pro-Kopf-Verbrauch in der Kategorie Sauermilch-, Kefir-, Milchmischerzeugnisse und -getränke lag 2024 bei 16,4 Kilogramm und steigt den Angaben zufolge stetig.

Bei Käse sank die Zahl der Hersteller um acht, während die Produktionsmenge um 85.000 auf 2,5 Millionen Tonnen stieg. Auch bei Butter verringerte sich die Zahl der Produzenten um fünf. Allerdings nahm die Zahl der größeren Unternehmen mit mehr als 10.000 Tonnen Jahresproduktion um sechs zu; elf kleinere Betriebe fielen weg. Die Herstellungsmenge von Butter erhöhte sich um rund 10.000 Tonnen. Trockenmilcherzeugnisse stellten 37 Unternehmen her, eines weniger als 2021. Die Mengenproduktion blieb nahezu konstant.

Molkereien verarbeiten mehr Rohmilch pro Betrieb

Insgesamt verarbeiteten 137 Molkereien im Jahr 2024 rund 34,2 Millionen Tonnen Rohmilch. Das entspricht einem Anstieg von 490.000 Tonnen gegenüber 2021, als noch 138 Molkereien aktiv waren. Die durchschnittliche Verarbeitung pro Molkerei stieg damit um rund 5.360 auf 250.000 Tonnen. Landwirtschaftliche Erzeuger aus dem In- und Ausland lieferten insgesamt 32,2 Millionen Tonnen Rohmilch an 107 aufnehmende Molkereiunternehmen und 59 Sammelstellen, die die Milch weiterverkauften.

Der starke Rückgang der Sammelstellen hat sich verlangsamt. Während ihre Zahl von 2018 bis 2021 um 24 sank, verringerte sie sich von 2021 bis 2024 nur noch um eine auf 59. Die durchschnittliche Milchaufnahme pro Molkerei stieg im Vergleich zu 2021 um 4,8 Prozent auf 181.700 Tonnen, bei einem Rückgang der milchaufnehmenden Molkereien um drei Unternehmen.

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