Die Brauerei Oettinger stellt die Bierproduktion an ihrem Standort in Braunschweig ein. Die Entscheidung sei endgültig, teilte eine Sprecherin mit. Von den derzeit rund 120 Beschäftigten in Braunschweig sollen lediglich zehn Arbeitsplätze in der Logistik und Materialwirtschaft erhalten bleiben. Zuerst hatte die „Braunschweiger Zeitung“ über die Schließung berichtet.
Bereits im Sommer hatte Oettinger angekündigt, die Produktion auf die Standorte Oettingen und Mönchengladbach zu verlagern. Als Gründe nannte das Unternehmen sinkende Absätze und veraltete Technik.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Betriebsrat hatten sich gegen die Pläne gewehrt. Aus ihrer Sicht wäre der Standort nach Investitionen weiterhin leistungsfähig. Sie hofften, dass ein anderer Getränkeproduzent einsteigt und die Brauerei übernimmt. „Auch für die Brauerei wäre der Erhalt aller Arbeitsplätze das Wunschszenario gewesen“, zitierte die Sprecherin in der Mitteilung. Doch aus der Übernahme werde leider nichts.
Streit um 150 Mitarbeitende
Bereits Mitte Juli kündigte der Bier- und Getränkehersteller Oettinger an, die Produktion vom Standort Braunschweig nach Mönchengladbach zu verlagern. Als Hauptgrund der Oettinger CEO Stefan Blaschak die kontinuierlich sinkende Auslastung der Anlagen. Blaschak kritisierte bereits im Juli die gewerkschaftlichen Tarifverhandlungen als „völlig realitätsfern und unternehmensschädigend“.
Nach monatelangen Traifkonfliken rund um die Brauereischließung, versicherte Blaschak im September: „Wir sind bereit, den ausformulierten Entwurf zur Schlichtungsvereinbarung vom 24. Oktober 2025 einschließlich der darin enthaltenen Änderungen der Manteltarifverträge und des Entgelttarifvertrags zu unterzeichnen.“ Nach Angaben der Gewerkschaft sieht der Schlichtungsvorschlag die Beibehaltung der bisherigen Manteltarifverträge sowie eine niedrige Lohnerhöhung vor, die unter der Inflationsrate liegen dürfte.
Blaschak wartet auf Unterschrift der NGG
Auf Nachfrage der Lebensmittel Praxis teilte das Unternehmen mit, dass die Einigung mit der Gewerkschaftsseite inzwischen kurz bevor steht. Blaschak lässt sich mit den Worten zitierern: „Der Schlichter hat die mit beiden Seiten vorbesprochenen Mantel- und Entgelttarifverträge mittlerweile ausformuliert vorgelegt und wir haben gestern zugestimmt. Nach der bereits Ende Oktober erfolgten Zustimmung durch die Tarifkommission warten wir nun auf die Unterschrift der NGG.“
Im Anschluss gelte das Schlichtungsverfahren als beendet. Dann werde man die Ergebnisse mitteilen können und „gemeinsam mit den Beschäftigten unser Unternehmen weiter durch diese herausfordernden Zeiten in eine erfolgreiche Zukunft führen“.
