Künstliches Fleisch Freie Bauern bringen sich gegen Laborfleisch in Stellung

Der Verband Freie Bauern kritisieren die Herstellung von Laborfleisch als unnatürlich und nicht nachhaltig. Die Politik dürfe die Entwicklung, Forschung und Herstellung von solchen Produkten nicht fördern. 

Donnerstag, 06. November 2025, 12:12 Uhr
Thomas Klaus
Laborfleisch schafft neue Abhängigkeiten: Das meinen zumindest die Freien Bauern und lehnen jegliche Unterstützung ab. Bildquelle: Getty Images

Die Freien Bauern haben sich nachträglich gegen die Herstellung von Laborfleisch ausgesprochen. Der Verband, der bäuerliche Familienbetriebe vertritt und sich als basisdemokratisch definiert, kritisiert die Produktion von so genanntem Clean Meat als unnatürlich und nicht nachhaltig. Laborfleisch entstehe aus Zellkulturen unter künstlichen Bedingungen, lautet die Bewertung. 

Ohne Nutztiere müsste Futtergetreide entsorgt werden

„Es ist absurd, Fleisch mit hohem Energieaufwand, Hightech und teuren Nährlösungen im Labor herzustellen, während wir in Deutschland über ausreichend Grünland verfügen, das sich ideal durch Wiederkäuer nutzen lässt“, äußerte die Landwirtin Frieda Salzwedel stellvertretend für die Freien Bauern. Rinder wandelten für Menschen unverdauliches Gras in hochwertige Lebensmittel um und lieferten gleichzeitig wertvollen organischen Dünger für die Böden.

Die Freien Bauern argumentieren, dass Nutztiere wie Schweine oder Hühner Getreide verwerten, das aufgrund seiner Qualität nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sei. Ohne Nutztiere müssten diese Futtergetreide entsorgt werden. Auch Nebenprodukte wie Halme und Spelzen könnten von Nutztieren verwertet werden, während Menschen nur das Korn nutzen. So entstehe ein geschlossener Kreislauf, der aus Nebenprodukten wertvolle Lebensmittel mache.

Warnung vor industrieller Kontrolle

Zellkulturen im Labor müssten dagegen mit hochreiner Glukose gefüttert werden, die in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehe. Die Kulturen lieferten zudem keine Nährstoffe für den Boden und zerstörten damit die natürliche Kreislaufwirtschaft. Nach aktuellem Kenntnisstand sei die Produktion von Kunstfleisch im großen Maßstab ohne den Einsatz von antibiotisch wirkenden Substanzen nicht möglich, so die Freien Bauern.

Die Freien Bauern warnen, dass Laborfleisch den Abschied von bäuerlicher Vielfalt und die Hinwendung zu industrieller Kontrolle über die Ernährung bedeute. Wenige Konzerne bestimmten dann, was in den Lebensmitteln stecke. Der Zusammenschluss fordert, dass Politik und Gesellschaft die bäuerliche Tierhaltung als Teil eines funktionierenden Kreislaufsystems stärken, statt industrielle Ersatzprodukte zu fördern.

Neue Produkte