Schlichtervorschlag akzeptiert Letzter Tarifkonflikt für Oettinger-CEO Stefan Blaschak endet

Die Großbrauerei Oettinger beendet einen monatelangen Tarifkonflikt. Sowohl das Unternehmen als auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) stimmen dem Vorschlag eines Schlichters zu. Es ist der letzte Tarifkonflikt für CEO Stefan Blaschak (Foto): Dieser verlässt das Unternehmen.

Donnerstag, 06. November 2025, 14:22 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Rückzug aus dem operativen Geschäft: Stefan Blaschak war vor seiner Zeit bei Oettinger Vorstandsvorsitzender der Berentzen Gruppe. Bildquelle: Oettinger

Die Großbrauerei Oettinger will den Kompromissvorschlag eines Schlichters zur Beilegung eines monatelangen Tarifkonflikts akzeptieren. „Wir sind bereit, den ausformulierten Entwurf zur Schlichtungsvereinbarung vom 24. Oktober 2025 einschließlich der darin enthaltenen Änderungen der Manteltarifverträge und des Entgelttarifvertrags zu unterzeichnen“, versicherte Geschäftsführer Stefan Blaschak. Zuvor hatte bereits die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ihre Zustimmung signalisiert.

Der Tarifkonflikt wurde innerhalb der Branche als hart wahrgenommen. Er vollzieht sich innerhalb eines wirtschaftlichen Umfeldes, das auch für Brauereien sehr herausfordernd ist.

Blaschak bleibt Oettinger erhalten

Für Stefan Blaschak wird es voraussichtlich der letzte Tarifkonflikt bei Oettinger gewesen sein. Denn der CEO verlängert seinen im Sommer 2026 auslaufenden Vertrag nicht. Er zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück, bleibt dem Unternehmen jedoch erhalten. Er soll zukünftig als Vorstandsvorsitzender der Oe International strategisch wirken. Oe International ist ein Vertriebspartner der Oettinger Brauerei mit Sitz in der Schweiz. Sie koordiniert Teile des internationalen Vertriebs, insbesondere für Handelsmarkenprodukte in Zentraleuropa und darüber hinaus. Oettinger will zu einem späteren Zeitpunkt die Nachfolge regeln und die Geschäftsführung erweitern.  

Mehrere Warnstreiks

In den vergangenen Monaten hatte die Gewerkschaft bei mehreren Warnstreiks gegen geplante Sparmaßnahmen der Geschäftsführung protestiert. Nach Angaben der Gewerkschaft sieht der Schlichtungsvorschlag die Beibehaltung der bisherigen Manteltarifverträge sowie eine niedrige Lohnerhöhung vor, die unter der Inflationsrate liegen dürfte.

Die Geschäftsführung äußerte sich nicht zu den Einzelheiten des Schlichtervorschlags. „Nach wie vor fühlen wir uns im Gegensatz zur NGG an die in der Vorvereinbarung gemeinsam beschlossene Schweigepflicht gebunden und werden uns daher bis auf Weiteres nicht zu den Inhalten äußern“, so Blaschak. 

Einer alljährlichen Erhebung des weltgrößten Hopfenhändlers Barth Haas aus Nürnberg zufolge war die Oettinger Gruppe im vergangenen Jahr die nach Bierausstoß drittgrößte Brauereigruppe Deutschlands.

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