Johannes Becker, Minderheitsgesellschafter der Kölner Familienbrauerei, hatte bei der Wirtschaftsprüfungskammer Anzeige gegen die Prüfer der Privatbrauerei Gaffel erstattet und den Vorwurf erhoben, dass diese wissentlich eine Reihe von Fehlern in der Bilanz 2009 nicht beanstandet hätten. Letztlich ging es um einen angeblichen Millionenverlust, der durch Bilanzfehler in einen Gewinn umgemünzt worden sei. Damit hätte den Hausbanken von Gaffel eine positive Entwicklung signalisiert werden können. Das wäre dann als Kreditbetrug interpretiert worden.
Nach Prüfungen kam die Berliner Wirtschaftsprüfungskammer aber zu dem Urteil, dass diese Beanstandungen unzutreffend seien. Das lassen die Mehrheitsgesellschafter Heinrich und Heinrich Philipp Becker mitteilen.
Die Gaffel-Chefs erwarten nun, schreibt der Kölner Stadtanzeiger, dass auch die Kölner Staatsanwaltschaft ihre entsprechenden Ermittlungen in dieser Sache in den nächsten Wochen einstellen wird. Allerdings hätte die Gaffel-Brauerei inzwischen eine neue Version ihres Jahresberichts 2009 erstellt. Darin würde unter dem Strich – statt eines Gewinns wie in der ersten Version – nun ein Verlust von 900.000 Euro ausgewiesen. Erklärt wird das mit neuen Erkenntnissen, die Abschreibungen auf die Richmodis-Brauerei in Köln-Porz und auf die Groß-Gaststätte Gaffel am Dom notwendig gemacht hätten.
Derweil hat die Privatbrauerei Gaffel ein recht erfolgreiches Jahr hinter sich gebracht. Nach eigenen Angaben wird zum Beispiel der Jahresabsatz der im April 2010 eingeführten alkoholfreien Gaffels Fassbrause deutlich die 50.000 Hektoliter-Marke überschreiten.
Auch das Kerngeschäft laufe erfolgreich. Gaffel ist mit 30 Prozent Marktanteil die erfolgreichste Kölschmarke in der Gastronomie. Der Marktanteil beim Kölsch in der Flasche stieg in den letzten Jahren von elf auf aktuell 15 Prozent. Voraussichtlich erwirtschaftet die Brauerei 2011 einen konsolidierten Umsatz von etwas mehr als 52 Mio. Euro.
Privatbrauerei Gaffel Weiße Weste
Der Streit der Brüder Becker, jeweils Miteigentümer der Gaffel-Brauerei, geht weiter. Jetzt hat die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) in Berlin der Privatbrauerei eine ordentliche Bilanzierung bescheinigt. Die Vorwürfe von Johannes Becker, die Firmenbilanz sei nicht korrekt erstellt, wurden damit zurückgewiesen.
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