Das EU-Parlament hat ein neues Gesetz zur Reduzierung von Lebensmittel- und Textilabfällen verabschiedet. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg für verbindliche Ziele für verringerte Lebensmittelverschwendung in den EU-Ländern. Zudem nehmen sie Textilhersteller künftig stärker in die Pflicht.
130 Kilogramm Lebensmittelabfälle pro Person
Brüssel geht davon aus, dass die 27 EU-Mitgliedstaaten jährlich durchschnittlich 130 Kilogramm Lebensmittelabfälle und 15 Kilogramm Textilabfälle pro Person produzieren. Die neuen Maßnahmen sollen Ressourcen wie Wasser, Düngemittel und Energie einsparen, die bei der Herstellung von später weggeworfenen Lebensmitteln und Textilien verbraucht werden.
Die EU-Länder müssen den Lebensmittelabfall in Restaurants, im Handel und in Privathaushalten bis Ende 2030 um 30 Prozent reduzieren. Bei der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung sieht das Gesetz eine Verringerung um zehn Prozent vor, verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2023. Die Mitgliedstaaten können selbst entscheiden, wie sie diese Ziele erreichen wollen, müssen aber bereits jetzt Pläne dafür aufstellen.
Bundesregierung setzt auf Pakt mit dem Handel
Die Bundesregierung will Lebensmittelabfälle bis 2030 halbieren. Im Sommer 2023 beschlossen 14 große Handelsunternehmen den „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“.
„Bis 2025 sollen die Lebensmittelabfälle in den beteiligten Unternehmen um 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent reduziert werden“, teilte die Bundesregierung mit. Nach eigenen Angaben verringerten die beteiligten Händler ihre Lebensmittelabfälle 2023 bereits um 24 Prozent gegenüber 2022.
Im Textilbereich umfassen die neuen Regeln neben Kleidung auch Produkte wie Teppiche und Matratzen. Das EU-Parlament reagiert damit auf die geringe Recyclingquote von Textilien, die derzeit weltweit bei weniger als einem Prozent liegt. Mit den Maßnahmen will das Parlament auch den Auswirkungen billiger Textilimporte, insbesondere aus China, entgegenwirken.