Unruhe in der Fleischbranche Clemens Tönnies kämpft weiter um Vion-Schlachthöfe

Der Fleischkonzern Premium Food Group (PFG) möchte trotz Kartellamt-Veto die Schlachthöfe des niederländischen Unternehmens Vion weiterhin übernehmen. Das hat PFG-Chef Clemens Tönnies bekräftigt. Westfleisch als möglicher Käufer will ebenfalls weiter um die Vion-Standorte kämpfen.

Mittwoch, 30. Juli 2025, 10:57 Uhr
Theresa Kalmer (mit dpa)
Fleischunternehmer Clemens Tönnies will weiterhin die Vion-Schlachthöfe kaufen – trotz des Kartellamts-Verbots. Er geht gerichtlich dagegen vor. Auch eine Ministererlaubnis hält er für möglich. Bildquelle: Vion Food Group

Der Fleischkonzern Premium Food Group will trotz der vom Bundeskartellamt untersagten Übernahme mehrerer Schlachthöfe des niederländischen Unternehmens Vion weiter an dem Kauf festhalten. „Wir geben nicht auf. Wir werden da weiter drum kämpfen um die Standorte“, sagte PFG-Chef Clemens Tönnies am Dienstag wörtlich bei einer Veranstaltung eines Bauernverbandes im baden-württembergischen Ilshofen. 

Noch kein Termin für mündliche Verhandlung vor Gericht

Die PFG, die bis Ende 2024 unter dem Namen Tönnies-Gruppe firmierte, plant die Übernahme der Rinderschlachthöfe in Crailsheim, Buchloe, Waldkraiburg und Hilden. Das Bundeskartellamt hatte den Kauf im Juni untersagt. Die Behörde befürchtet eine zu große Marktposition des Unternehmens zum Nachteil von Landwirten und anderen Wettbewerbern. Die PFG legte gegen die Entscheidung Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein. Einen Termin für die mündliche Verhandlung gibt es nach Unternehmensangaben noch nicht.

Uffelmann: Wollen Landwirtschaft in die Zukunft führen

Der Fleischkonzern Westfleisch aus Münster als möglicher Käufer der Vion-Standorte will ebenfalls an seinem Kaufinteresse festhalten. Westfleisch-Chef Wilhelm Uffelmann warb bei Vertretern der bayerischen Landwirtschaft für die Übernahmepläne. „Wir sind bereit, die Vion-Betriebe zu übernehmen und die Landwirtschaft, den ländlichen Raum und Tierhaltung in Süddeutschland in die Zukunft zu führen“, so der Manager. Westfleisch bezeichnet sich selbst als zweitgrößten Fleischvermarkter Deutschlands und hat Vion nach eigenen Angaben ein Angebot zur Übernahme des Deutschlandgeschäfts in Teilen oder als Ganzes unterbreitet.

Clemens Tönnies: Westfleisch-Vorstoß ist Störfeuer

Tönnies äußerte sich verwundert über das Interesse von Westfleisch. „Tatsache ist, es ist ein Störfeuer und dem müssen wir begegnen“, äußerte er. Er verwies darauf, dass zwischen Vion und der PFG ein rechtsgültiger Kaufvertrag bestehe. Uffelmann räumte ein, dass die vertragliche Bindung zwischen PFG und Vion noch bis ins nächste Jahr hineinreiche. Eine Übernahme der deutschen Vion-Betriebe durch Westfleisch sei nach Einschätzung von Juristen kartellrechtlich unbedenklich, so Westfleisch.

Antrag auf Ministererlaubnis noch nicht gestellt

Die PFG prüft nach eigenen Angaben auch die Beantragung einer Ministererlaubnis. Mit einer solchen Erlaubnis könnten Übernahmen trotz einer Untersagung durch das Kartellamt genehmigt werden. Einen entsprechenden Antrag hat das Unternehmen bislang aber noch nicht gestellt. Tönnies teilte mit, dass man mit dem Kartellamt weiterhin in Kontakt sei. Einige Auflagen habe man bereits im Zuge des Antrags angeboten. Dies sei aber als nicht ausreichend bewertet worden.

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