Deutsche Weinerzeuger blicken mit Sorge auf drohende US-Strafzölle. Die Exporteure haben in den vergangenen Wochen zwar noch möglichst viel Wein in die USA ausgeführt. Doch die Lagerkapazitäten begrenzen diese Möglichkeit. Das erläutert das Deutsche Weininstitut (DWI).
12,8 Millionen Liter in die USA exportiert
Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für deutsche Weine. In den vergangenen zwölf Monaten bis März 2025 exportierten die deutschen Weinerzeuger nach Angaben des DWI Weine im Wert von 61 Millionen Euro in die USA. Dies entspricht etwa einem Sechstel der gesamten deutschen Weinexporterlöse von 380 Millionen Euro. Die mengenmäßigen Exporte in die USA beliefen sich auf 12,8 Millionen Liter.
Strafzölle würden deutsche Weine deutlich verteuern
„Sollten die angedrohten US-Strafzölle nach Ende des Moratoriums in voller Höhe in Kraft treten, würde dies zu Verwerfungen auf den internationalen Weinmärkten führen“, so ein DWI-Sprecher. Die Strafzölle würden deutsche Weine im US-Markt deutlich verteuern. Weine aus den USA oder aus Ländern ohne Strafzölle hätten dann erhebliche Wettbewerbsvorteile.
Suche nach alternativen Absatzmärkten
Die deutschen Weinexporteure suchen nach Angaben des DWI bereits nach alternativen Exportmärkten. Deutschland sei mit einem Anteil von 69 Prozent weißer Rebsorten im Anbau gut für den weltweiten Trend zu mehr Weißweinkonsum aufgestellt. Ein DWI-Sprecher wies allerdings darauf hin, dass es in der Regel Jahre dauere, bis Exporteure in einem neuen Markt gute Beziehungen zu Importeuren, Händlern oder Gastronomen aufgebaut hätten.
Einführung neuer Zölle auf 1. August verschoben
Die EU-Kommission verhandelt derzeit mit Washington über den Zollstreit. US-Präsident Donald Trump hat den Termin für die Einführung neuer Importzölle auf den 1. August verschoben. Bereits in der ersten Amtszeit von Trump eingeführte Strafzölle in Höhe von 25 Prozent hatten laut DWI zu Umsatzeinbußen von mehr als 20 Prozent für die deutschen Weinexporteure geführt.
