Lebensmittelkontrolle Razzia bei Nestlé wegen Mineralwasser-Vorwürfen

Französische Behörden haben die Nestlé-Zentrale bei Paris durchsucht. Der Lebensmittelkonzern soll verunreinigtes Quellwasser gefiltert und als natürliches Mineralwasser verkauft haben. Betroffen sind bekannte Marken wie Perrier und Vittel. Deutsche Kunden können nach Unternehmensangaben weiter unbesorgt zugreifen.

Freitag, 11. Juli 2025, 09:34 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Nestlé ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt. Nun gab es eine Razzia in Paris wegen des Verdachts unerlaubter Praktiken bei Mineralwasser. Bildquelle: Nestlé

Die französischen Behörden haben die Nestlé-Zentrale bei Paris durchsucht. Die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) ermittelt wegen des Verdachts einer unzulässigen Behandlung von Mineralwasser. Das teilte die Behörde mit. 

Trotz der Ermittlungen wegen unzulässiger Behandlung von Nestlé-Mineralwasser in Frankreich können Verbraucher hierzulande nach Angaben des Konzerns beruhigt zugreifen. In Deutschland werde kein natürliches Mineralwasser aus französischer Produktion verkauft, sagte ein Sprecher von Nestlé auf Nachfrage. Vertrieben werden demnach nur die Marken San Pellegrino und Acqua Panna, die nicht betroffen seien. Das Mineralwasser in Frankreich sei ebenfalls unbedenklich, hieß es.

Vier Mineralwassermarken betroffen

Die Ermittlungen begannen im Februar nach einer Anzeige der Verbraucherorganisation Foodwatch gegen Nestlé und Nestlé Waters, so die DGCCRF. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll Quellwasser, das zeitweise nicht den Anforderungen entsprach, unzulässig gefiltert und dennoch als natürliches Mineralwasser verkauft haben. Dies betrifft die Marken Perrier, Hépar, Contrex und Vittel.

Eine Sprecherin von Nestlé Waters bestätigte die Durchsuchungen und erklärte, das Unternehmen kooperiere umfänglich mit den Behörden.

Foodwatch: Klarer Fall von Lebensmittelbetrug

Nestlé-Vorstandschef Laurent Freixe hatte bereits im April vor einem Untersuchungsausschuss des Pariser Parlaments Stellung zu den Vorwürfen bezogen. „Nestlé Waters hat alles getan, um den beanstandeten Praktiken ein Ende zu setzen“, erklärte Freixe dort.

Foodwatch spricht von einem massiven Betrug und fordert die Aufdeckung der Verantwortlichkeiten bei dem Unternehmen und den Aufsichtsbehörden. „Der größte Lebensmittelkonzern der Welt hat Wasser aus verunreinigten Brunnen illegal gefiltert und als 'natürlich’ verkauft – ein klarer Fall von Lebensmittelbetrug und zudem vielleicht gesundheitsgefährdend“, empörte sich Deutschland-Geschäftsführer Chris Methmann.

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