Die fest verbundenen Deckel auf Getränkeflaschen stoßen bei Verbrauchern weiterhin auf Ablehnung. Fast zwei Drittel der Deutschen empfinden die sogenannten Tethered Caps als unpraktisch beim Trinken, wie eine repräsentative Umfrage des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) ergab.
Nur 12 Prozent der Befragten haben laut der Studie keine Probleme mit den neuen Deckeln, die seit Juli 2024 für bestimmte Getränke vorgeschrieben sind. Ursache ist die Richtlinie über Einweg-Kunststoffprodukte der Europäischen Union, die von der damaligen Bundesregierung in Berlin umgesetzt werden musste.
Die Verbraucher kritisieren vor allem, dass die Deckel beim Ausgießen stören und sich schlecht schließen lassen, wie das Institut nach der Befragung von 1.000 Menschen zwischen 18 und 74 Jahren im Mai mitteilte.
Der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) zweifelt den Nutzen der Regelung an. „Mit den neuen Deckeln sei ein Problem gelöst worden, das es gar nicht gab“, teilte eine Sprecherin des Verbands mit. PET-Einwegflaschen mit Pfand erreichten in Deutschland bereits eine Sammelquote von nahezu 100 Prozent – meist inklusive Verschluss.
Verbraucher ändern Trinkgewohnheiten
Die Umstellung hat auch das Verbraucherverhalten beeinflusst: 23 Prozent der Befragten trinken nach eigenen Angaben seltener direkt aus der Flasche, 20 Prozent meiden Produkte mit den fest verbundenen Deckeln komplett. „Der fest verbundene Flaschenverschluss hat in Deutschland nicht viele Freunde“, zitierte das Institut den Leiter der Abteilung Verhaltensforschung, Matthias Unfried. Nur jeder Dritte sieht in den neuen Deckeln einen Vorteil für den Umweltschutz.
Für den Getränkefachgroßhandel bedeutete die Umstellung im vergangenen Jahr erhebliche Investitionen. Die Branche musste Anlagen um- oder neu bauen, was Millionenbeträge kostete, wie der Branchenverband mitteilte.