Die deutsche Ernährungsindustrie kämpft zunehmend mit Exportbarrieren. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) ist in den vergangenen zwölf Monaten beim Export an Hindernissen gescheitert, wie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) in einer gemeinsam mit AFC Management Consulting erstellten Studie mitteilte. Besonders betroffen sind die Hersteller von Molkereiprodukten, Fleisch und alkoholfreien Getränken.
Die Exportstimmung in der Branche hat sich deutlich eingetrübt. Das Exportklima fiel im Frühjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 8 Punkte auf plus 17 Prozentpunkte. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage auf den Auslandsmärkten mit einem Saldo von plus 25 Prozentpunkten noch als stabil einschätzen, sind die Erwartungen für die kommenden sechs Monate stark gesunken. Der Saldo für die Geschäftserwartungen liegt nur noch bei plus 9 Prozentpunkten – ein Rückgang um 16 Punkte gegenüber 2024.
„Die aktuelle Geschäftslage der Ernährungsindustrie zeigt eine bemerkenswerte Robustheit. Dennoch sorgen zunehmende geopolitische Spannungen, steigende Kosten und eine zunehmende regulatorische Komplexität für Verunsicherung mit Blick auf die nahe Zukunft“, zitierte die Bundesvereinigung den AFC-Geschäftsführer Anselm Elles in der Mitteilung.
Unternehmen klagen über steigende Markterschließungskosten
Die Erschließung neuer Märkte ist für die Unternehmen aufwendiger geworden. 56 Prozent der befragten Unternehmen berichten über gestiegene Kosten bei der Markterschließung innerhalb der EU. Bei Märkten außerhalb der EU liegt dieser Anteil sogar bei 63 Prozent. Zusätzliche Unsicherheit schaffen mögliche US-Zölle. Ein Viertel der Unternehmen rechnet bei deren Einführung mit deutlichen bis starken Umsatzverlusten.
Trotz der Herausforderungen plant etwa ein Drittel der befragten Unternehmen, neue Exportmärkte zu erschließen. Im Fokus stehen EU-Länder außerhalb des deutschsprachigen Raums sowie Brasilien, China, Australien und die Region Südostasien. Die Unternehmen setzen dabei zunehmend auf digitale Vertriebskanäle. 55 Prozent der Unternehmen bewerten die Bedeutung dieser Kanäle als wachsend.
